"Urgesteine" ereilt der Ruf nach Rückkehr
Blauer Spitzenkandidat scheint gefunden zu sein. Sonnberger ließ sich zuerst nicht halten und lässt sich jetzt bitten.
Wärmt man Gulasch auf, wird es angeblich immer besser. Auf Beziehungen trifft dies kaum zu. Und auf Dienstverhältnisse wohl auch nicht. Die Euphorie, mit der die ÖVP nach einer Rückkehr von Franz Sonnberger an die Spitze der Krankenanstaltenbetriebsgesellschaft (Kabeg) ruft, überrascht. Sonnberger hat die Spitalsholding trotz der wichtigsten Entwicklungsphase seines "Kindes", des LKH neu, verlassen. Geprügelt wurde dafür die damalige SPÖ-Chefin Gaby Schaunig: Sie habe Sonnberger vertrieben, weil sie seinen Gehaltsforderungen nicht nachgeben wollte. Schaunig war der Meinung, ein Landesratsgehalt sollte für den Kabeg-Chef die Obergrenze sein. Dabei dürfte nicht die Gehaltsfrage Sonnberger vertrieben, sondern die Aussicht auf einen hoch dotierten, internationalen Job beim Waffenproduzenten Gaston Glock gelockt haben. Denn Landeshauptmann Jörg Haider hatte sich intensiv bemüht, den Kabeg-Chef zu halten und wäre bereit gewesen, dessen Gehaltsvorstellungen mehrheitlich, mit Hilfe der ÖVP, zu erfüllen. Sonnberger ging dennoch. Mittlerweile, nach dem Desaster mit Interimschef Dieter Mandl haben die langjährigen Kabeg-Prokuristen Dieter Errath und Johann Marhl die Landesspitäler unspektakulär, aber verantwortungsbewusst wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht. Neue personelle Kraftakte kurz vor der Landtagswahl im März sollten gut überlegt sein.
"Interessant". Einen "sehr, sehr interessanten Landeshauptmann-Kandidaten" verspricht FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache für die Wahl in Kärnten. Freitag der Vorwoche dürfte er ihn bei einem feinen Abendessen im kleinen Kreis auf dem Mente-Hof in St. Georgen am Längsee gefunden haben: Hans Rainer-Mente. Es sei "zu früh" für eine Bestätigung, er sei "vielleicht mit im Gespräch", gibt er sich noch bedeckt. Aber er sei "grundsätzlich ein politischer Kopf und könnte etwas einbringen" - ein "sachlich-substantielles" Kontrastprogramm zur herrschenden "Brot- und Spiele-Politik". Damit sei er einst bei Haider in Ungnade gefallen, sagt Rainer-Mente. Das Verhältnis des früheren Landwirtschaftskammerrates und Sohn einer ur-freiheitlichen Familie zum verstorbenen Landeschef hatte sich aber wieder verbessert. Bei seinen Projekten wie dem Reit-Eldorado, Hemma-Pilgerritt und Golfplatz, der auf seinem Grund entstanden ist, hatte Rainer-Mente die Unterstützung Haiders. Strache kehrte mit Generalsekretär Herbert Kickl, Europa-Abgeordneten Andreas Mölzer, Landesobmann Franz Schwager und Nationalrat Harald Jannach am Mente-Hof ein. Die Wahlkampfstrategie dürfte auch schon festgelegt worden sein - einen SPÖ-Landeshauptmann zu verhindern und den Kontakt zum BZÖ nicht ganz abbrechen lassen. Die Blauen sind überzeugt, dass Gerhard Dörfler, "wenn er nicht einen Vierer vorne hat", nach der Wahl Geschichte ist. Dann würden sich Orange und Blaue mit einer Kooperation leichter tun.
Dementiert. Als FPÖ-Spitzenkandidat genannt wurde bereits Ex-Minister Mathias Reichhold, der sofort dementierte. Er kommt, wie Hans Rainer-Mente, aus der Gemeinde St. Georgen am Längsee. Verbrieft ist ein Treffen mit dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf, auch wenn es Reichhold als zufällig herunterspielt. Abgesehen davon, dass Reichhold bei zwei Firmen beteiligt ist und zwei Bauernhöfe zu bewirtschaften hat, wäre er mit seiner satten Asfinag-Abfertigung ein angreifbarer Spitzenkandidat.













