"Cinderella": Eine Blödelei mit Genuss
Ein Märchen, ein Musical und für besonders Wachsame gibt's eine Parodie dazu: "Cinderella" steigt im Stadttheater Klagenfurt aus Sack und Asche.

Foto © Stadttheater Klagenfurt
Die böse Stiefmutter heißt eigentlich Erich Schleyer und überragt folglich mit 1 Meter 97 nicht nur den Ehemann. Das Pferd heißt Horst und steppt. Aschenputtel heißt Ella Zinder oder Cinderella und kann überhaupt nicht tanzen. Und weil das alles nicht bloß ein Märchen ist, sondern auch Musical und Parodie finden sich das arme Mädchen und der Prinz trotzdem auf dem Parkett.
"Scherzhaftes" Duo. Zum Lied "Du tanzt so schlecht wie ich". Hinter dem Familienmusical "Cinderella", das Samstagnachmittag Premiere hat, steht der Berliner Thomas Pigor, Komponist, Kabarettist und Buchautor in Personalunion, und ein Duo, mit dem gut scherzen ist: Alexander Kuchinka (Regie) und Daniel Große Boymann (musikalische Leitung) sind nach den "mit lachendem Auge beendeten" scherzo-Sommertheater-Zeiten erstmals gemeinsam als "leading team" im Stadttheater Klagenfurt in Aktion. Sie versprechen ein "bis auf kleine Späße und Vereinfachungen unangetastetes Märchen", das Grundlage für die Musicalparodie ist. "Ein Kalauer jagt das nächste Wortspiel," will Kuchinka in seiner Inszenierung "genussvoll blödeln". "Wir nehmen den Humor sehr ernst," versichert Große Boymann "ein Blödeln mit Bedacht".
Zauberkasten. Beiden liegt die Kombination von Theater und Musik, beide schätzen an der "Cinderella"-Produktion natürlich den "Zauberkasten des professionellen Theaters" - als etwas, das kleinen freien Bühnen nicht zur Verfügung steht. Da fügt es sich perfekt, dass die "Cinderella"-Musiknummern klingen als "wäre da eine Big Band. Dabei sind wir zu viert," plaudert Große Boymann, der alle Arrangements geschrieben hat, aus dem Probenalltag.
Gemeinsamer Bühnentraum. Rückblickend verbinden der seit 1992 in Wien lebenden Kärntner Kuchinka und der aus München nach Wien gezogene Große Boymann mit "scherzo" vor allem "wurschteln". "Der Reiz des Selbstgebastelten wird auf Dauer doch zum Hemmschuh," sind sie sich einig. Einen gemeinsamen Bühnentraum für die Zukunft haben sie trotzdem: Ein Stück aus ihrer Werkstatt, das am Stadttheater Klagenfurt herauskommt. Einiges, was sie für "scherzo" geschrieben haben, läge sozusagen "auf der Warmhalteplatte".
Fürs Erste steht Alexander Kuchinka allerdings vor "Guys and Dolls" - seine Neuübersetzung mit Wagner-Trenkwitz kommt im frühjahr an der Wiener Volksoper heraus. Daniel Große Boymann werkt im Stadttheater in der Wiener Walfischgasse.
Features
Cinderella
Familienmusical von Thomas Pigor. Premiere: 15. November, 14.30 Uhr. Empfohlen für Menschen ab sechs Jahren
Info/Karten: Tel. 0463/54 064













