Größte Mühle wird noch größer
Kärntens größte Mühle, die Kropfitsch-Mühle, baut groß aus. Denn: Der Gusto auf Spezialmehle steigt.
2007 waren noch 300 Euro pro Tonne zu lukrieren, jetzt sind es nur noch 210 Euro. Doch der sinkende Mehlpreis kann Kärntens größter Mühle, der Kropfitsch-Mühle aus Klagenfurt-Viktring, nichts anhaben: Derzeit wird mit einer Millionen-Investition ein neues Paletten- und Silo-Lager gebaut. Dadurch kann der über 100 Jahre alte Familienbetrieb künftig mehr produzieren.
Export. Die Investitionssumme nennt Geschäftsführer Martin Kropfitsch (40) aus Mitbewerbsgründen nicht. Sicher ist aber, dass der jährliche Ausstoß von derzeit 18.000 Tonnen vermahlenem Getreide (derzeit zu 85 Prozent Weizen und zu 15 Prozent Roggen) gesteigert werden soll und zwar vor allem durch Exporte, denn im Inland ist kein Wachstum mehr möglich und der Mitbewerb ist groß. Der Verkauf jenseits der Grenzen macht schon jetzt die Hälfte vom Umsatz aus, der zuletzt 5,6 Millionen Euro betrug. Kropfitsch liefert nach Bosnien, Kroatien, Mazedonien und Slowenien, wo er bereits 15 Prozent Marktanteil hat.
Delikatesse. Zugute kommt ihm, dass auch den für ihr Weißbrot bekannten Südländern das Roggenbrot zu schmecken beginnt: Schwarzbrot wird zur Delikatesse. Jetzt hat Kropfitsch daher auch Italien im Visier, denn ein Radius von 300 Kilometern rund um die Mühle zahlt sich für Lieferungen aus.
Neuheiten. Doch der 22-Mitarbeiter-Betrieb, der zu 90 Prozent an die weiterverarbeitende Industrie liefert, reüssiert auch mit neuen Produkten: Spezialmehle, Backmischungen, auch Crispis für Müslis (etwa für Kellogg's) bringen eine höhere Wertschöpfung.
Mehl nach Maß. "Die Kunden verlangen Mehl nach Maß. Wir müssen auch ausbauen, um flexibler auf Kundenwünsche einzugehen", sagt Kropfitsch. Mehl muss nämlich eine Woche liegen, bevor es verkauft wird, damit die Back-Fähigkeit steigt - durch das größere Lager verschafft sich Kropfitsch daher kürzere Steh- und Umrüstzeiten für die verschiedenen Mehlmischungen. Noch wird gebaut. Die erste Teil-Inbetriebnahme des Zubaus soll aber schon heuer vonstatten gehen.













