Poker um Hypo-Prozess
Der Hypo-Prozess belebt die Gerüchtebörse: Wie berichtet, müssen sich die Ex-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger sowie Vorstand Thomas Morgl ab 29. Oktober am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Nach den Verlusten von 328 Millionen, wird dem Trio von Anklägerin Carmen Riesinger Bilanzfälschung vorgeworfen. Schon vor Prozessstart kursieren alle möglichen und unmöglichen Gerüchte. Einige wollen gehört haben, dass Kulterer mit einer außergerichtlichen Lösung davonkomme. Alles Blabla. Selbst für Insider ist der Verfahrens-Ausgang völlig offen.
Anspannung. Dementsprechend groß ist die Anspannung bei allen Beteiligten: Kulterer, eigentlich Investmentbanker in London, wurde erst vorgestern in Klagenfurt gesehen. Festen Schrittes eilte er ins Büro seines Anwaltes Alexander Klaus. Der wird seinen Mandanten bis ins letzte Detail briefen, davon ist auszugehen. Dem Gericht liegt eine ganze Liste von Anwälten und Subanwälten vor, die Kulterer und Co. verteidigen werden. Bis 19. November stehen alle Prozesstermine fest. 35 Zeugen sind geladen: von der Finanzmarktaufsicht bis zur Nationalbank. Verhandelt wird wegen des Andrangs im großen Schwurgerichtssaal. Dort, wo sonst Gewalttäter sitzen, werden Banker im feinen Zwirn aufmarschieren.
Erinnerungen. Das erinnert an den Bawag-Prozess. Ansonsten ist ein Vergleich unangebracht: Allein deshalb, weil der Strafrahmen für die Hypo-Beschuldigten höchstens ein Jahr Haft beträgt. Außerdem urteilt in Klagenfurt kein Schöffensenat wie beim Bawag-Verfahren. Sondern ein einzelner Richter: Christian Liebhauser-Karl. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.














