Glaubenskrieg um Almweg
Neue Zufahrt zur Klagenfurter Hütte regt auf: Für Fachleute normale moderne Aufschließung, geißeln sie Bergfreunde als einen Akt der Naturzerstörung.

Foto © Helmuth Weichselbraun Stein des Anstoßes: die neue Zufahrt zur Klagenfurter Hütte
Im Bärental ist kein Stein auf dem anderen geblieben, seit Bagger den neuen Almaufschließungsweg zur beliebten Klagenfurter Hütte ausgeschoben haben. Auf der breiten Schneise werden künftig kleinere Lkw bis zur Klagenfurter Hütte vordringen können - um Vieh hinauf- bzw. um Holz herunter zu karren.
Alpenverein Bauherr.Der zufällige Wanderer ist vom Bild, das sich ihm bietet, irritiert, langjährige Kenner und Nutzer des Gebiets sind nicht selten "entsetzt". Für reichlich Gesprächsstoff sorgen aber nicht nur die Wunden in der Natur, sondern auch einer der Bauherren: der Alpenverein.
"Arbeit verbieten?" Ist die angesehene alpine Organisation, bislang die Speerspitze des Naturschutzes in Kärnten, zum massiven Umweltsünder mutiert? Diesen Vorwurf muss Robert Straßer, Obmann der zuständigen Sektion Klagenfurt nicht auf sich sitzen lassen. Das Projekt steht rechtlich außer Streit und wurde selbst vom Naturschutzbeirat abgesegnet. "Sollen wir den Bauern, nur weil die Klagenfurter gern dort hinauf gehen, die Bewirtschaftung verbieten?" fragt Straßer und fügt an, dass ohne diese Arbeit die Alm in Kürze zuwachsen würde.
Kein Schutzgebiet Björn Zedrosser, der den Alpenverein im Naturschutzbeirat vertritt, gibt seinem Vereinskollegen Schützenhilfe. "Ein Neubau im Gelände ist immer ein furchtbarer Eingriff, das hinterlässt ein brutales Bild. Aber was dort passiert, das ist eine normale moderne Almaufschließung, die man den Besitzern zugestehen muss. In Relation ist das eine harmlose Geschichte: Der Weg ist im Wald, betrifft also nicht die alpine Region und auch kein Schutzgebiet."
Grüne protestierten. Lediglich die Grünen haben bisher protestiert und einen offenen Brief an Landesrat Uwe Scheuch verfasst. Die darin verlangte Überprüfung der Bauauflagen sei derzeit im Gange, so Scheuch, Hinweise auf etwaige Verstöße habe er bisher nicht.
Haiders Weg gekreuzt. Der erste Teil des Weges quert übrigens Grund von Landeshauptmann Jörg Haider, der den Wegbau als Notwendigkeit für die Bewirtschaftung akzeptierte aber natürlich weiß, "dass jede Medaille zwei Seiten hat.".












