K.-o.-Tropfen: Viele Opfer schweigen
Jener Frau, der Drogen ins Getränk gemischt wurden, geht es besser. Polizei: "Kein Einzelfall." Die Dunkelziffer an Opfern von K.o.-Tropfen dürfte hoch sein.

Foto © Weichselbraun
Mit Gelenkschmerzen wie bei einer Grippe liegt jene junge Frau (24), der am Wochenende in einem Klagenfurter Szenelokal heimlich Drogen in den weißen Spritzer gemischt wurden, derzeit im Bett. Und dabei hatte sie noch Glück: Der verabreichte Drogen-Mix hätte ihr beinahe das Leben gekostet. "Laut ihrem Arzt bestand absolute Lebensgefahr, sie befand sich bereits in einer komatösen Bewusstlosigkeit", sagt Karl Schnitzer, Leiter der Suchtgiftgruppe im Stadtpolizeikommando.
Anzeige.
Für die Klagenfurter Polizei ist dies heuer der erste offizielle Vorfall mit K.-o.-Tropfen. Dass das Opfer Anzeige erstattete, ist nämlich keine Selbstver-
ständlichkeit. Frauen, die mit einem derartigen Drogen-Mix betäubt, bestohlen oder gefügig gemacht werden, schweigen meistens darüber. "Aus Scham, oft hat man Erinnerungslücken, weiß gar nicht, was einem geschehen ist oder man kommt erst viel später drauf", sagt Schnitzer. Die Dunkelziffer an Opfern von K.o.-Tropfen dürfte deshalb hoch sein.
Dunkelziffer.
Hinzu kommt, dass die Polizei von den Krankenhäusern über diese Drogen-Fälle nicht informiert wird. "Das ist wirklich ein Schwachpunkt. Immerhin liegt ja Fremdverschulden vor", sagt Schnitzer. Die Drogenfahnder haben gestern auch sofort mit ihren Ermittlungen begonnen. Und es gibt eine erste Spur: Eine Zeugin will einen verdächtigen Mann in der Nähe der Frau gesehen haben.
Die Polizei appelliert: Wer sich in einem Lokal aufhält, sollte sein Glas nie unbeaufsichtigt lassen. Vor dem Gang zur Toilette austrinken. Außerdem sollte Alarm geschlagen werden, wenn man beobachtet, dass jemandem etwas ins Glas geschüttet wird.
Features
Gefährliche Tropfen
K.-o.-Tropfen werden im Rahmen von Straftaten genutzt, um die Opfer zu betäuben und wehrlos zu machen (Vergewaltigungsdro-













