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Zuletzt aktualisiert: 07.07.2008 um 21:20 UhrKommentare

Der Schrotturm wird endlich wachgeküsst

Architektenwettbewerb läuft. 2009 wird mit der Revitalisierung der geschichtsträchtigen Klagenfurter Schrottenburg am Wörthersee begonnen.

Der Schrottenturm wird revitalisiert

Foto © JustDer Schrottenturm wird revitalisiert

Der denkmalgeschützte Schrotturm am Wörthersee an der Ortseinfahrt von Klagenfurt wurde in den letzten Jahrzehnten wohl zu Recht als "Schrott-Turm" bezeichnet. Viele Revitalisierungsprojekte sind in den letzten 38 Jahren gescheitert. Doch nun wollen tatsächlich alle an einem Strang ziehen, um aus der Schrottenburg mitsamt ihrem Turm wieder eine Attraktion zu machen, auf die man stolz sein kann. Ab sofort läuft ein Architekten-Wettbewerb.

Der Öffentlichkeit zugänglich machen. Im Vorjahr verkaufte die Unternehmerfamilie Unzeitig das Areal zwischen Autobahn und Bundesstraße an die Immobilienfirma Riedergarten. Der geschäftsführende Gesellschafter Herbert Waldner und seine Kollegen verpflichteten sich dabei auch vertraglich den Turm öffentlich zugänglich zu machen und wieder ein Restaurant zu eröffnen. "Wir haben Visionen entwickelt und uns auch die verschiedenen gescheiterten Projekte angeschaut. Seit den 1950er- Jahren wurde viel versucht, doch die jeweiligen Eigeninteressen der Beteiligten waren zu hoch." Nun ziehe man an einem Strang. Einigkeit bekundeten Landeshauptmann Jörg Haider, Bürgermeister Harald Scheucher und Waldner auch bei der Pressekonferenz am Montag.

Ausflugsziel & Büros. Geplant ist ganz konkret eine kulturelle Nutzung des Turmes, seitens des Landes. "Wir haben viele Kunstgegenstände - aus Mangel an Ausstellungsfläche - in unseren Depots", plant der Landeshauptmann bereits eine kulturelle Bespielung. Weiters ist ein freies Atelier im Turm selbst angedacht. Selbstverständlich wird es wieder eine Aussichtsterrasse und ein Cafe beziehungsweise ein Restaurant geben. "Früher wurde der Schrotturm auch als Aussichtsturm benutzt - der Blick ist ja traumhaft", schwärmt Bürgermeister Harald Scheucher. Geplant ist auch ein Seezugang. "Ob über eine Brücke oder unter der Bundesstraße durch ist noch offen", so Riedergarten-Chef Waldner. Eine Straßenzufahrt und ausreichend Parkplätze sind ebenfalls im Plan.

Wettbewerb läuft. Damit das Projekt auch in naher Zukunft wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen kann, soll im Osten und Westen des Turmes ein hochwertiger Bürokomplex entstehen. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Der Architektenwettbewerb läuft nun bis Mitte Oktober. Waldner: "Spätestens Mitte 2009 wollen wir in die Umsetzungsphase gehen."

CLAUDIA LUX

Schrotkugel

Zu Beginn des 19. Jahrhun-derts (ab 1828) wurde der 30 Meter hohe Schrotturm errichtet. Er wurde am Rand der natürlichen Felswand gebaut, um die nötige Fallhöhe von zirka 50 Metern zu erreichen. Im Fall formten sich die flüssigen Bleitropfen zu Kugeln, bevor sie zur Abkühlung ins Wasserbecken fielen. In Kärnten standen sechs Schrottürme.

Gastronomie

1927 errichtete der Klagen-furter Stadtrat Adolf Wolf das Cafe-Restaurant Schrottenburg. Er machte den Turm für Besucher zugänglich. 1970 wurde der Gastronomiebetrieb wegen des Autobahnbaus geschlossen.

Besitz

Über 50 Jahre gehörte das Areal der Hoteliersfamilie Unzeitig. Bis vor 30 Jahren hat diese auch dort gelebt. 2007 kaufte die Immobilien-firma Riedergarten das Areal.

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