Musikalisches Überraschungspackerl
Die Musikalische Jugend Kärnten baut auf Legenden, stürzt sich in das Haydn-Jahr 2009 und hält sich für eines der ersten Opfer der Fußball-Europameisterschaft.

Foto © kk/JeunesseBeehrt Klagenfurt im Haydn-Jahr 2009: Ausnahme-Musikerin Lidia Baich
Eigentlich spielt sich die Cappella Istropolitana ja von selbst - so eine Expertise des Kärntner Kulturgremiums im Zusammenhang mit dem vom aufstrebenden Michael Fendre verlangten Probedirigat. Nichts desto Trotz ergreift nun Wolfgang Czeipek für die Jeunesse den Taktstock, um das famose slowakische Kammerorchester durch "Die Schöpfung" von Joseph Haydn zu führen. Es singt der Philharmonische Chor Bratislava, weil - so der Jeunesse-Chef - "ein Kärntner Chor nur mit dem Chorleiter als Dirigent" zu haben gewesen wäre.
Überraschend. Das ist nicht die einzige Überraschung am Programm für die kommende Saison. Aus dem gewohnten Mix von jungen und sehr jungen Musikern, arrivierten und sehr arrivierten stechen zwei Sonderkonzerte hervor: So feiert das Phänomen Paul Badura-Skoda seinen 80. Geburtstag mit Klaviersonaten von Haydn und Beethoven (29. Oktober), am 18. Jänner 2009 steht Fabio Luisi am Pult der Wiener Symphoniker. Im Zyklus der Orchesterkonzerte (Abo A) spielt - außer der Cappella Istropolitana - das Kärntner Sinfonieorchester (KSO) auf. Zu Ehren des 80. Geburtstags von Ennio Morricone stellt die italienische Dirigentin Susanna Pescetti mit dem KSO den Giganten der Filmmusik als "klassischen" Komponisten vor.
Sieben Konzerte. Im Zyklus B werden ebenfalls sieben Konzerte unter dem Generaltitel "Crossover & Bösendorfer" angeboten: Joseph Haydn (1832-1809) zieht sich anlässlich des Haydn-Jahres als roter Faden durch das Programm, interpretiert u. a. von der jungen russischen Pianistin Lilian Akopova, der Ausnahmegeigerin Lidia Baich und dem Acies-Streichquartett, das im Dom zu Maria Saal "Die sieben letzten Worte" in der Fassung für Streichquartett und mit starkem meditativem Charakter aufführt. Neben dem Kinder-Abo "Piccolo" (fünf Programme jeweils samstags, 17 Uhr) legt die Jeunesse auch ein KSO-Abo (acht Konzerte mit dem Musikverein Kärnten und dem Kärntner Sinfonieorchester) auf.
Negativ. Eine negative Überraschung hat Wolfgang Czeipek auch zu verdauen. Die Stadt Klagenfurt, für 2008 noch mit 43.000 Euro wichtiger Geldgeber (Land Kärnten: 35.000 Euro), war zu keinem weiteren Dreijahresvertrag bereit. Der Jeunesse-Chef fürchtet, dass "wir 2009 die Folgen der EM zu spüren bekommen". Selbst, wenn die Sache glimpflich ausgeht und die Jeunesse von der Stadt Klagenfurt wie bisher unterstützt wird - die Zeit drängt: 2010/2011 soll ein Schwerpunkt zu Gustav Mahler (1860-1911) her, die finanzielle Unsicherheit erschwert die Planungen.
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Eine Legende hat sich angesagt: Pianist Paul Badura-SkodaFoto © kk/Jeunesse
Infos zu Programm und Abos
Tel. 0463/50 40 72 (Martina Hebein).
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Steile Karriere: Die russische Pianistin Lilian AkopovaFoto © kk/Jeunesse












