Urlaubssperre lässt Kärntner Reisebüros stöhnen
Juni-Buchungen bleiben hinter dem Vorjahr zurück. Viele können nicht auf Urlaub fahren, weil sie bei der Euro gebraucht werden.

Foto © APNichts mit relaxen am Strand: Viele Kärntner Unternehmen haben während der Zeit der Euro Urlaubssperre - in den Reisebüros bleibt die Kundschaft aus
Veronika Visotschnig sitzt in der Klagenfurter Filiale von Öamtc-Reisen und wartet ungeduldig auf Kundschaft. Doch die will sich partout nicht einstellen. "Viele Kunden, die jetzt buchen würden, bleiben fern, weil die Stadt gesperrt ist", klagt die Reisebüro-Angestellte. Doch was mehr wiegt ist, dass die Reisebuchungen im Juni gegenüber dem Vorjahr weit zurückgeblieben sind. "Wir spüren das, dass sehr vielen Kunden der Urlaub wegen den Euro gestrichen worden ist", weiß Visotschnig, denn normalerweise ist der Juni der Reise-Monat, der von Singles und unabhängigen Paaren bevorzugt wird. "Das ist aber kein Kärntner, sondern ein österreichisches Problem, die Veranstalter sind verzweifelt", sagt die Reisebüroangestellte. Sie hofft, dass die nach dem Euro-Stress urlaubsreifen Kärntner die versäumte Reise im Sommer oder Herbst nachholen werden. "Der Juni ist aber verloren und kaum wieder aufzuholen." Die geringe Zahl an Kärntnern, die extra wegen der Euro wegfahren wollten, wiegt die Verluste nicht auf. Visotschnig: "Es hat welche gegeben, die vor dem Wirbel flüchten wollten, aber das sind Kurzurlaube nach Slowenien oder Kroatien."
Ausgestorbene Stadt. "Wir haben weder etwas verloren, noch etwas gewonnen, es ist nicht schlechter, als im Vorjahr", bleibt Sissy Orasche vom Kärntner Reisebüro diplomatisch. Einen Rückgang des Geschäftes spürt sie vor allem beim Ticketverkauf durch das Wegbleiben der Laufkundschaft. So ausgestorben wie am Montag habe sie die Stadt noch nie erlebt. Die Reisebürochefin ist sicher, dass die Urlaubshungrigen noch kommen werden. Sie bietet als Alternative Buchungen über das Telefon oder E-Mail an.
"Nicht mehr aufholbar". "Im Juni sind wir keinesfalls im Plus", weiß auch Andrea Springer von Springer Reisen. Einige Kunden hätten gebucht, weil sie dem Trubel entfliehen wollten, aber unterm Strich überwiegen auch bei Springer diejenigen, die in Kärnten bleiben müssen, weil sie bei der Euro gebraucht werden. Dafür kann Springer an anderer Stelle punkten: Das Incoming-Geschäft läuft zur Abwechslung blendend und die Busse sind total ausgebucht. "Was wir im Juni verloren haben, können wird nicht mehr aufholen", fürchtet auch Springer.
Wellnessreisen. "Wer jetzt nicht auf Reisen geht, holt das im September nach", hofft Kathrin Lutz von Gruber Reisen in Villach. Zurzeit verkauft sie vor allem Kurz- und Wellnessreisen.
Handfeste Zahlen. Martin Bachlechner vom österreichweiten Reiseveranstalter Verkehrsbüro hat bereits handfeste Zahlen auf dem Tisch, die er täglich kontrolliert: "Bis jetzt hatten wir ein Minus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das ist nicht so tragisch." Tragischer sind hingegen die Juli-Buchungen, die ein Minus von 7,5 Prozent aufweisen, der August zieht mit einem Buchungsplus von vier Prozent wieder nach. "Unser Konzern profitiert trotzdem sehr von der Euro, weil wir auch Busse und Hotels im Programm haben und da läuft es wie die Hölle."













