Singende Vögel und schmissige Rhythmen
Das KSO mit einem ungewöhnlichen Konzert.
Das sanfte Sprudeln der Quellen wie auch das wilde Schießen der Fontänen konnte man nicht nur akustisch, sondern auch visuell erfühlen, als das Kärntner Sinfonieorchester unter Tiago Flores anhob, Ottorino Respighi "Fontane di Roma" mit impressionistischer Raffinesse und Klangvielfalt zu zelebrieren: Vier römische Brunnen, darunter auch der bekannte Trevi-Brunnen, haben den Komponisten mit all ihrer Schönheit inspiriert, als er das geniale Werk schrieb. Und so erklang feierlich das Thema in den Fanfaren, als der Wagen des Neptuns auf leuchtender Wasserfläche vor dem inneren Auge vorbeizog.
Erstaufführung. Im Konzerthaus Klagenfurt merkte man aber auch bei der "Sinfonia Brasiliera" von Arthur Barbosa, dass unsere Musiker mit dem brasilianischen Maestro, der organisch und schnörkellos agierte, gut können. Bei der europäischen Erstaufführung des 2005 uraufgeführten Werkes erlebte man das große, südamerikanische Land mit all seinen zündenden Rhythmen wie Sambas, Bossa Novas, lust- und kraftvoll mit frohen Farben.
Vogelgesänge. Als völlig konstruiertes Stück erwies sich hingegen Olivier Messiaens "Réveil des oiseaux": Das "Erwachen der Vögel" ist das erste seiner Werke, das ausschließlich Vögelgesänge enthält. Aber das Motivmaterial von 38 verschiedenen Stimmen, das intervallisch vergrößert und kontrapunktisch vielgestaltig verarbeitet wurde, fügt sich nie zu einem Ganzen. Nicht zu beneiden war dabei Ingeborg Baldaszti, die den undankbaren, diffizilen Solopart am Klavier übernehmen musste.













