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Zuletzt aktualisiert: 23.04.2008 um 16:49 Uhr

SW Umwelttechnik 2007 mit weniger Umsatz, Dividende stabil

Kärntner Unternehmen mit Sitzen in Klagenfurt, Lienz und Sirning (OÖ) legte Geschäftsbericht für das Jahr 2007 vor und will in Rumänien weiter expandieren.

Bernd Wolschner

Foto © APA/ArchivaufnahmeBernd Wolschner

Die an der Wiener Börse notierte Kärntner SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG musste im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 einen Rückgang beim Umsatz auf 96,1 (101,9) Millionen Euro hinnehmen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sank auf 1,2 (2,9) Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Minderheiten auf 1,8 (2,0) Millionen Euro und der Gewinn je Aktie auf 2,7 (3,2) Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich dagegen auf 4,6 (4,1) Millionen Euro. Die Dividende wird unverändert 0,30 Euro je Aktie betragen, gab der Vorstand heute, Mittwoch, bei der Bilanzpressekonferenz bekannt. Heuer soll der Umsatz um 15 Prozent steigen.

Ergebnis im Detail

Ebit stieg auf 4,6 (4,1) Millionen Euro - EGT sank auf 1,2 (2,9) Millionen Euro - Dividende bleibt bei 0,30 Euro je Aktie - Weitere Expansion in Osteuropa geplant

Marge. Das Finanzergebnis verschlechterte sich im abgelaufenen Jahr auf minus 3,4 Millionen Euro, nach minus 1,2 Millionen Euro im Jahr davor. Verantwortlich dafür waren unter anderem ein Abwertungsbedarf beim rumänischen Lei sowie höhere Zinsen. Man habe 2007 bewusst in Kauf genommen, die Bilanz zu belasten, um die Chancen in Rumänien zu nutzen, so Vorstand Klaus Einfalt. Für heuer ist eine Ebit-Marge von 6 Prozent geplant. Das Ebit könnte bei 7 Millionen Euro liegen.

Einbruch. Grund für den Umsatzrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr war vor allem ein Einbruch in Ungarn mit einem Umsatzrückgang um rund 10 Millionen auf 57,2 (67,5) Millionen Euro. Grund dafür waren vor allem die staatlichen Budgetrestriktionen in Ungarn, vor allem im Abwasserbereich. 2007 sei bei weitem nicht so einfach gewesen wie zu Jahresbeginn erwartet, so Vorstand Bernd Wolschner. Unter den Erwartungen geblieben sei wegen Verzögerungen bei EU-geförderten Projekten auch Rumänien - der Umsatz stieg leicht von 7,8 auf 8,6 Millionen Euro. In Österreich wurde nach Werksschließungen und Personalabbau der Turnaround geschafft. Österreich bleibe aber das Know-how-Zentrum für Produktentwicklung.

Rekorde. Heuer will man sich vor allem auf die Kostenseite und Ertragsstärkung konzentrieren. Nach den Rekordinvestitionen von 26 Millionen Euro im vergangenen Jahr sollen es heuer nur 6 Millionen Euro werden - mit Aufstockungsmöglichkeit auf 10 Millionen Euro, wenn EU-Fördergelder in Rumänien freigegeben werden. Die Pläne für den zweiten Teil des rumänischen Investitionsprogramm habe man in der Schublade. Die SW Umwelttechnik forciert angesichts erwarteter weiterer Verzögerungen bei EU-geförderten Großprojekten bzw. geringerer staatlicher Investitionen das Geschäft mit Industrie- und Gewerbekunden. So wird etwa in Ungarn angesichts der Sparmaßnahmen der Regierung mit erheblich reduzierten Auftragsvergaben der öffentlichen Hand gerechnet.

Schwerpunkt. Rumänien bleibt in den kommenden Jahren regionaler Schwerpunkt der SW Umwelttechnik. Zu den bestehenden zwei Produktionsstandorten sollen zwei weitere dazu kommen. Grundstücke wurden bereits Anfang 2007 in Zentralrumänien in Targu Mures erworben. Ein vierter Standort ist vorgesehen, aber nicht konkret. Er soll entweder in Rumänien an der Grenze zu Moldawien oder in Moldawien selbst entstehen. Heuer sollten die öffentlichen Vergaben in Rumänien zulegen, das Werk in Timisoara/Temesvar sei bereits ausgelastet. In weiterer Folge hat das mehrheitlich in Familienbesitz stehende Unternehmen Bulgarien, Serbien und die Ukraine im Visier. Gestartet wird heuer mit Exportlieferungen in diese Ländern, in weiterer Folge könnten auch Produktionsstandorte errichtet werden. "Wir wollen definitiv weiter expandieren", betonte Einfalt.

Kein Bedarf. Ein Aktiensplitt ist derzeit laut Wolschner nicht vorgesehen. Nicht ausgeschlossen ist eine Kapitalerhöhung, derzeit sehe man dafür aber keinen Bedarf.

Ausbildungsprogramm. Die Zahl der Mitarbeiter ist im Vorjahr in Österreich von 193 auf 153 Beschäftigte gesunken und in Ungarn von 583 auf 545. Deutlich aufgestockt wird dagegen in Rumänien, wo vor einigen Wochen das Werk in Bukarest eröffnet wurde: Ende 2007 waren rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, derzeit sind es rund 200. Konfrontiert ist man in den mittel- und osteuropäischen Produktionsstätten mit einem Facharbeitermangel. In Ungarn läuft jetzt ein konzerneigenes Ausbildungsprogramm. Durchschnittlich waren 2007 im Konzern 797 Mitarbeiter beschäftigt, um 5 Prozent weniger als 2006.


SW in Lienz

Seit über 20 Jahren Beteiligung am ehemaligen Betonwerk Nageler. Im Juli 2005 wurde das Werk ganz übernommen. Umsatzmäßig hat der Lienzer Standort rund ein Drittel Anteil in Österreich.
Es werden u.a. Edelstahl und Kunststoffe verarbeitet, nur in Osttirol gibt es eine hochentwickelte Eisenbiegerei.

Lienzer Geschäftsbereiche

Zwei Kategorien: Infrastruktur-Geschäftsbereich sowie gewerblicher und industrieller Hallenbau. Weiters befindet sich am Standort Lienz die zentrale Versuchstelle für UHPC (Ultra high performance Concrete/
Ultra Hochfest Beton). Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Klagenfurt.

Mitarbeiter in Lienz

Über das ganze Jahr 2007 gerechnet waren bei SW Umwelttechnik in der Osttiroler "Metropole" 61 Personen von 151 in ganz Österreich beschäftigt, damit ist Lienz der personalintensivste Standort in der Alpenrepublik.

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