Versteckte Kameras und stark verkürzte Proteste
Ein Klagenfurter Gemeinderat der Superlative: So viele Themen, Zuhörer, Gast-Referenten und Dringlichkeitsanträge sind selten.

Foto © ZuzziIn Zukunft ohne "Prof.": Porsche-Straße
Eine große Portion Geduld war gestern beim Klagenfurter Gemeinderat gefragt. Alleine der erste Tagesordnungspunkt verschlang über eine Stunde, da dazu neun Gast-Referenten zu Wort kamen. Es ging um die Euro und die Erweiterung des Euro-Budgets, das letztendlich einstimmig beschlossen wurde.
Hände hoch.
Diese Warterei wollte Bürgermeister Harald Scheucher den Bewohnern der Rauterstraße nicht zumuten, die geschlossen gekommen waren, um mit Transparenten ihren Protest gegen die geplante Umbenennung der ?Nazi-Straße“ kund zu tun. ?Der Punkt steht so weit hinten auf der Tagesordnung. Vielleicht zeigen mal alle auf, die meinem Antrag zustimmen werden, dass die Rauterstraße die Rauterstraße bleibt“, sagte Scheucher. Denn die Straße wird nur umgewidmet. Zögerlich gingen mehrheitlich die Hände in die Höhe. ?Na, sehen Sie, Sie können beruhigt heimgehen“, komplimentierte der Bürgermeister die Bürger samt ihrer Transparente hinaus.
Youtube.
Weniger entgegenkommend war Scheucher gegenüber den Grünen. Diese hatten eine Kamera aufgebaut und ihn damit direkt ins Visier genommen, worauf ihn erst Magistratsdirektor Peter Jost aufmerksam machen musste. Der Hintergrund: Die Grünen wollten die Sitzung live übertragen. ?Wollens wirklich auf so einem Kanal wie YouTube vorkommen“, fragte Scheucher in die Runde. Nur die Grünen zeigten auf. Woraufhin er sie aufforderte das Gerät aus dem Sitzungssaal zu entfernen.
Hunger.
Gegen Ende ging das Niveau der Diskussion leider in den Keller. Doch um 21 Uhr kam wieder Freude in den Sitzungssaal: Der Bürgermeister hatte Würstel bestellt – alle Streiterei war da vergessen.













