Augenzwinkernde Autonomie
Cornelius Kolig erfrischt als originärer Zeichner in der "rittergallery".

Foto © Hirtenfelder
Dort, wo Ingeborg Bachmann kurz nach dem Krieg ihre erste Erzählung zur Veröffentlichung einreichte, nämlich in den lichten Räumen der längst verblichenen "Kärntner Illustrierten", gastiert derzeit eine andere Größe des heimischen Kulturlebens. "Autonome Zeichnungen" lautet der Titel einer Cornelius Kolig-Schau in der "rittergallery", die einer am 17. April in der Villacher Freihausgasse beginnenden Parallelaktion vorauseilt.
Retrospektive.
Während in der Draustadt eine umfassende Retrospektive geplant ist, sollten in der Klagenfurter Burggasse 8 eigentlich ausschließlich Blätter zu sehen sein, die ohne Konnex zu bestimmten Objekten als eigenständige "Bilderhaufen" angelegt sind. Dies trifft etwa auf die sinnlichen Frauenakte aus den 1980ern zu, mit denen der 65-Jährige seinen Ruf als außerordentlicher Zeichner mitbegründete. Auch seine schlitzohrigen "Hand-Schrift-Zeichnungen" oder die "Makonde-Köpfe" gehören noch in die Reihe der autonomen Arbeiten, wenngleich Letztere nach einem plastischen Vorbild entstanden.
Bekannte Installationen.
Was hier mit teils malerischen Mitteln (Acryl auf Zeichenfilm) zum Ausdruck gebracht wird, nämlich die irritierende Nähe von Schönheit und Gewalt, wird in Entwurfszeichnungen für bekannte und weniger bekannte Installationen gesamtheitlich vertieft: Etwa am Beispiel einer Skizze zum Projekt "Tampon-Ziehen" zwischen Hund und Herrl, Besteckentwürfen für Kartoffelesser oder zwei Schwangeren mit Saugnapf-Verbindung. Koligs Fantasie sind schier keine Grenzen gesetzt, was nicht zuletzt ein parallel zur Schau erscheinendes Buch ("Autonome Zeichnungen") unterstreichen soll.
Features
Fakten
"rittergallery" in der Burggasse 8 in Klagenfurt. Ausstellung bis 3. Mai. Info: 0664-307085













