Frau von Bruder ersticktGeld und Erbe als Motiv für Bluttat

Nach Tragödie in Klagenfurt: Jahrelange Auseinandersetzungen um das Millionenerbe der Mutter haben vermutlich zwei Geschwister – 71 und 73 Jahre alt – entzweit.

© Elisabeth Peutz
 

Tatwaffe war keine im Spiel. Zu dieser wurden die bloßen Hände eines 73-jährigen Pensionisten, als er – körperlich weit überlegen – am Montag auf seine um zwei Jahre jüngere Schwester losging. Im Parterre des gemeinsamen Hauses in bester Wohnlage der Landeshauptstadt.

Die Mutter soll die Immobilie den Kindern vererbt gehabt haben. Dazu hätte es ein Millionenvermögen aus dem Verkauf eines mehrere Hektar großen Grundstückes gegeben. Die 71-Jährige lebte die meiste Zeit des Jahres in Rom bei ihrer Tochter. Ihr Sohn hat seinen Lebensmittelpunkt in Paris.

Der 73-Jährige bewohnte das Parterre und hatte Katzen als Haustiere. Und er wollte – dem Vernehmen nach – große Summen dem Tierschutz vererben. „Die Frau starb durch die massive Einwirkung körperlicher Gewalt“, sagt Oberst Gottlieb Türk, Leiter des Landeskriminalamtes.
Es habe „massive Gewalteinwirkung im Kopf- und Halsbereich gegeben“, ergänzt Siegfried Katholnig, stellvertretender Leiter der Gruppe „Leib und Leben“ im LKA. Und: „Der Mann war viel stärker, seine Schwester war relativ chancenlos.“

Immer Angst vor ihrem Bruder habe die 71-Jährige gehabt. Und sie habe sich daher im ersten Stock eine völlig getrennte Wohnung eingerichtet, nur über einen Stiegenaufgang im Hausinnern mit dem Parterre verbunden, sagt die Polizei.

Kam die 71-Jährige von Rom nach Klagenfurt, pflegte sie ihre oft jahrzehntelangen Freundschaften und Bekanntschaften. „Es ist einfach eine Tragödie. Dieses Haus hat seit vielen Jahrzehnten niemandem Glück gebracht“, sagen Nachbarn. Dass der 73-Jährige nach dem Mord an seiner Schwester im Dachboden des Hauses Suizid beging, hat für die Staatsanwaltschaft zur Folge, dass der Akt in den nächsten Tagen wohl geschlossen werden wird.

Dienstagnachmittag trafen die Tochter und der Sohn des Mordopfers in Klagefurt ein. Sie wurden von den Ermittlern noch einmal genau über genauere Hintergründe befragt. Wesentlich Neues sei aber nicht zu erwarten, hieß es aus Ermittlerkreisen.

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