Klagenfurt, Graz160 Justizwachebeamte bei Angriffen verletzt

Seit 2016 wurden alleine in Kärntner und steirischen Justizanstalten 33 Mitarbeiter bei Angriffen von Strafgefangenen verletzt. 152 Planstellen sind unbesetzt. Überstunden steigen von Jahr zu Jahr.

Fünf Beamte wurden 2016 in der Justizanstalt Klagenfut von Gefangenen verletzt
Fünf Beamte wurden 2016 in der Justizanstalt Klagenfut von Gefangenen verletzt © KLZ/Weichselbraun
 

Die Hemmschwelle sinkt, die Aggressivität in Österreichs Gefängnissen steigt. So lassen sich die Antworten von Justizminister Josef Moser auf eine parlamentarische Anfrage der SPÖ zusammenfassen.

Seit 2016 wurden in den Justizanstalten 160 Mitarbeiter bei Angriffen von Gefangenen verletzt. Alleine heuer gab es 17 Verletzte. Die Anstalten in Kärnten und in der Steiermark sind keine positive Ausnahme: So wurden in der Justizanstalt (JA) Klagenfurt im Vorjahr fünf Beamte verletzt, in den steirischen Strafanstalten Graz-Jakomini, Graz-Karlau und Leoben waren es insgesamt 15. In den vergangenen zwei Jahren wurden in beiden Bundesländern 33 Justizwachebeamte verletzt.

2000 Krankenstandstage

Eine Folge dieser Übergriffe sind rund 2000 Krankenstandsstage seit 2016. Davon fast 1000 im Vorjahr und schon knapp 400 heuer. Die Anzahl der Übergriffe von Gefangenen auf Justizwachebeamte ist noch höher. 182 waren es 2016, davon zwei in Kärnten und 25 in der Steiermark. Im Vorjahr wurden 187 Attacken von Häftlingen registriert (drei in Kärnten, 20 in der Steiermark).

Man versuche laufend der Entwicklung entgegenzuwirken und „den Schutz der Bediensteten zu verbessern“, so Moser in seiner Antwort. Einerseits durch neue Schutzausrüstungen sowie neue Dienst- und Trainingswaffen. Zudem würde man auch „Einsatzgruppen, deren Mitglieder speziell für die Bewältigung von Alarm- und Krisenfällen geschult sind“, aufstocken.

Fast 150.000 Überstunden

Beim Personal gibt es noch viel Luft nach oben: Laut Mosers Antwort blieben in Österreichs Justizanstalten von 2016 bis Ende März 2018 rund 152 Planstellen unbesetzt. In der JA Klagenfurt sind es etwas mehr als sieben Planstellen, in den drei steirischen Gefängnissen fehlen insgesamt mehr als 17 Planstellen. Die Folgen sind jede Menge Überstunden: 147.507 waren es 2016, im Vorjahr waren es 148.767 und heuer sind es schon mehr als 16.000 Überstunden.

Mit Spannung kann man die „Projekte zur Evaluierung der psychischen Belastungen der Justizwachebediensteten“ verfolgen, die derzeit in allen Justizwacheanstalten laufen. Erste Ergebnisse werden laut Justizminister Moser Mitte des Jahres vorliegen.

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Quack9020
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In der JA Klagenfurt...

...brennt die Luft aber vorallem wegen der desolaten Zustände und weil es räumlich nicht möglich ist, ethnische Gruppen zu trennen. Die Aggression schlägt dann auch auf die Justiz Wache Beamten über. Ein moderner Neubau, wie in Leoben, Salzburg, Eisenstadt, würde sehr zur Entspannung beitragen. Und auch wenn das jetzt viele mit Rot bewerten werden, seit die Polizei die Aufnahme Bedingungen derart runter gesetzt hat, bleibt für die Justiz Wache auch nichts mehr an Personal übrig. Früher sind Leute die bei der Polizei knapp gescheitert sind zur JW....

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