KlagenfurtAufregung um Einkäufer im Auftrag der Stadt

Die Stadt Klagenfurt will beim Einkaufen sparen – und irritiert mit der Beauftragung eines Einkäufers so manchen Geschäftspartner.

Aufregung im Rathaus - und nicht nur dort
Aufregung im Rathaus - und nicht nur dort © Weichselbraun
 

Plötzlich stand jemand in meinem Büro, zeigte einen Vertrag und erklärte: Wenn die Einkaufskonditionen für die Stadt Klagenfurt nicht besser werden, werden Sie bald nicht mehr liefern.“ Diese Geschichte schildert ein Kärntner Unternehmer der Kleinen Zeitung – und wundert sich: „Wir hatten jahrelang eine gute Partnerschaft direkt mit den Abteilungen. Wieso jetzt so eine Aktion?“
Dass „die Aktion“ so abgelaufen sein soll, bestreitet man im Rathaus massiv. Dass man mit den Lieferanten neue Verträge aushandeln will, bestätigt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) hingegen. „Wir sehen da viel Sparpotenzial, das wir nutzen wollen“, sagt die Politikerin.

Konkreter wird Klaus Thuller, Leiter des Rechnugswesens und seit wenigen Monaten auch für den zentralen Einkauf zuständig. „Die Stadt hat jedes Jahr ein Einkaufsvolumen von 40 bis 60 Millionen Euro, bei dem wir Sparmöglichkeiten sehen.“ Unter Einkaufsvolumen versteht er Anschaffungen aller Art: Vom Kindergartenessen über EDV-Programme bis hin zu Geräten für den Stadtgarten. Bisher haben die Abteilungen eigenständig eingekauft, künftig solle dies von einer Stelle im Magistrat aus zentral geschehen. „Dann haben wir einen Hebel über die Menge und können so bessere Konditionen für uns vereinbaren.“

Direktvergaben bis zu 100.000 Euro

Wie viel Geld diese Maßnahme der Stadt sparen könne, vermag Thuller noch nicht abzuschätzen. „Das ganze ist ein komplexerer Prozess, als es auf den ersten Blick wirkt“. Einerseits gäbe es langfristige Lieferverträge in manchen Bereichen, andererseits – und darauf legt Thuller besonderen Wert – „beachten wir natürlich auch alle Aspekte des Vergaberechts“. Bis zu einer Auftragssumme von 100.000 Euro seinen Direktvergaben möglich, darüber beginne das Vergaberecht zu greifen.

Dass derzeit schon ein externer Einkäufer im Auftrag der Stadt unterwegs sei, stimme so jedoch nicht, betont Thuller. „Wir haben einen Konsulenten, der stundenweise für uns arbeitet und auch so abgerechnet wird“, sagt Thuller. Mittelfristig – also innerhalb der nächsten zwei Jahre – wolle man sich mit der Hilfe dieses Beraters intern Wissen und Fähigkeiten zum Thema Einkauf aneignen. Bonifikationen, die bei nun laufenden Verhandlungen erreicht würden, kämen ausschließlich der Stadt und nicht Dritten zu Gute, betont man.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

orbil
0
1
Lesenswert?

Wird auch langsam Zeit!


Wenn wie bisher jeder einzelne Magistratsmitarbeiter für die Stadt einkaufen gegangen ist haben sich die Geschäftsleute schon die Hände gerieben!

Der Preis war nämlich egal, Hauptsache einkaufen gehen!

Wer fragt schon nach dem Preis, wenn es nicht das eigene Geld ist.

Aber dass der zentrale Einkäufer einen Atlatus braucht, der für ihn einkaufen geht ist typisch.

Man lässt einkaufen ......

Antworten
gintonicmiteis
1
14
Lesenswert?

Wenn die Bürgermeisterin wie in der Privatwirtschaft "wirtschaften" will,

dann bitte aber richtig: und zwar zuerst bei den Magistratsbediensteten, denn von denen gibt es zu viele (das sage nicht nur ich, sondern auch Experten).

Und als nächstes dann bei den Stadträten und Gemeinderäten. Es gibt keine Notwendigkeit, denen 800+ Euro pro Monat zu zahlen, wenn sie nur alle zwei Monate für einen Nachmittag zusammensitzen (und selbst dann ihren gesunden Hausverstand eintauschen für eine bereits vorgegebene Parteimeinung).

Der dritte Schritt wäre bei der Eitelkeit: die Ausgaben für Selbstbeweihräucherung, Eigenwerbung usw. Wenn ich die Klagenfurt-Zeitung aufschlage, wird mir schlecht vor lauter Politikerfotos bei irgendwelchen Bieranstichen, Betriebsbesuchen & Co.. Garniert mit ein paar absolut unnotwendigen Sachen wie CD- oder Video-Tipps für Schlager und gewaltverherrlichende Filme. Dafür sind die wichtigen Sachen - Verlautbarungen usw. - im Kleingedruckten zu finden. Pfui!

Und dann zum Schluss erst die Lieferanten "drucken"... ich denke nicht, dass diese bisher einen ungerechtfertigten Gewinn ziehen konnte, das erlaubt schon das Prinzip der Freien Marktwirtschaft nicht. Aber von Wirtschaften können Personen, die ihr Leben lang nur von Steuergeld gelebt haben, eben nix verstehen...

Antworten
ulrichsberg2
0
3
Lesenswert?

In Teilbereichen stimmt Ihre Darstellung.

Diese Vorkommnisse waren aber schon immer, als Begleitmusik, in allen Legislatur-Zeitperioden feststellbar.
Vielmehr prägt diese Legislaturperiode eines entscheidend: Dass es keine Großmannsucht mit Folgen von irrsinig hohen Schulden, ein Drüberfahren und nicht Beachten von Entscheidungen u v m., wie unter dem ÖVP Bgm. Scheucher üblich, mehr gibt.
Im Gegenteil, man ist gewillt Schulden abzubauen und Schäden aus dieser Zeit gut zu machen.
Dennoch bleibt noch Einiges in der Warteschlange stehend übrig.

Antworten