KlagenfurtSo dick ist die Luft, die wir atmen

Silvesterfeuerwerke ließen Feinstaubwerte in Klagenfurt und Ebenthal explodieren. Laut Experten sind wir trotzdem "mit einem blauen Auge davongekommen".

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Dicke Luft herrschte zu Silvester in Klagenfurt und Ebenthal. Rund um den Jahreswechsel schnellten die Feinstaubwerte aufgrund der vielen Feuerwerke explosionsartig in die Höhe. Denn erstmals seit Jahren gab es kein Feuerwerk-Verbot aufgrund von Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr.

In der Völkermarkter Straße wurden 90 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. „In der Koschatstraße lagen die Werte sogar über 120 Mikrogramm“, sagt Harald Tschabuschnig, Leiter der Abteilung 8 (Umwelt, Wasser und Naturschutz) des Landes. Es sei also deutlich erkennbar, dass im Siedlungsgebiet besonders viele Raketen abgeschossen wurden. Die Ebenthaler haben es kräftig krachen lassen. In der Messstation Zell bei Ebenthal wurden sogar über 210 Mikrogramm Feinstaub wegen der Feuerwerke gemessen. „Das hat sich auf den Tagesmittelwert ausgewirkt. Er lag bei 66 Mikrogramm“, sagt Tschabuschnig.

Der erlaubte Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm. Laut Vorgaben der EU darf pro Jahr an höchstens 35 Tagen dieser Wert überschritten werden. Ansonsten treten Feinstaub reduzierende Maßnahmen wie etwa Straßensperren in Kraft. „Im Jahr 2017 wurden in der Landeshauptstadt an 21 Tagen die 50-Mikrogramm-Grenze überschritten“, sagt der zuständige Klagenfurter Stadtrat Frank Frey (Grüne). In der aktuellen Winterdienst-Saison habe man noch keinen Feinstaubkleber gebraucht oder Straßen waschen müssen.

Dieses Jahr sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Wir hatten schon Jahre, in denen nach Silvester eine Woche lang die Werte erhöht waren.

Harald Tschabuschnig, Leiter Abteilung 8 des Landes

Aufgrund der Niederschläge haben sich heuer die Feinstaubwerte überraschend schnell wieder auf ein niedriges Niveau von rund zehn Mikrogramm eingependelt. „Bei Inversionswetterlage, kalt im Tal und sonnig auf den Bergen, würde es anders aussehen. Wir hatten schon Jahre, in denen nach Silvester eine Woche lang die Werte erhöht waren“, sagt Tschabuschnig. Im Jänner und Februar kann es noch zu höheren Feinstaubbelastungen kommen. Das ist zum einen vom Wetter abhängig. Stellt sich etwa eine längere Trockenperiode mit Inversionswetterlage ein, steigen die Werte an. Dem versucht die Stadt unter anderem mit einem entsprechenden Winterdienst, dem Ausbau der Fernwärme und Waschen der Straßen entgegenzuwirken.

Landesumweltreferent Rolf Holub (Grüne) betont: „Wir alle können einen wichtigen Beitrag zur Verminderung der enormen Feinstaubbelastung insbesondere zum Jahreswechsel durch den Verzicht von Feuerwerken leisten.

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Danke für Ihr Verständnis.

CuiBono
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Bereits kommentier

hab ich das Thema zu dem Artikel betreffend die Silvesternacht in Graz.

ICH sag's hier nochmals:
lasst doch bitte die Kirche im Dorf.

Zum Fasching wird jener verbrannt, zu Ostern wird geböllert, zur Sommersondewende gibt es abendliche Feuer und zu Silvester wird eben Feuerwerk geschossen und Knaller gezündet.
Alles ganz sicher nicht vorsätzlich "primitive" Umweltverschmutzung sondern (auch) ein Ausdruck der Lebensfreude und es geschieht ja wirklich nicht täglich.

Scheixx Überreglementierung.
Pfeif auf das bisschen Feinstaub - zumindest einmal im Jahr.

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erhardvallant
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2
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Was soll daran so lustig sein?

Die Böllerei, die Menschen (vor allem Kleinkinder) und Tiere extrem belastet? Die Feinstaubbelastung, die bei Inversionswetterlagen viele Tage als Dunstglocke über den Städten lastet mit schweren gesundheitlichen Folgen und Belastungen für Atemwegserkrankte? Übrigens: die "einmalige Belustigung" zu Silvester trägt zu 15% an der jährlichen Gesamtbelastung durch den Verkehr bei! Wer an die Vernunftbegabtheit des Menschen glaubt, wird zu Silvester eines Besseren belehrt. Man spreche mit Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehr oder den ausgelasteten unfallchirurgischen Abteilungen der Krankenhäuser. Alkohol und Ballerei sind ein besonders explosives Gemisch. Der Wahnsinn gehört in dieser Form endlich abgeschafft. Er ist keine Freiheit, die zu verteidigen es wert wäre.

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