KlagenfurtDas macht diese riesige Betonspritze in der Stadt

Der Bau des Vitaneums in Klagenfurt liegt im Zeitplan. Mit einem aufwendigen Verfahren wird der Aushub vorbereitet.

© Markus Traussnig
 

Der Anblick ist spektakulär: Entlang der Hauswand, wo vor Kurzem noch der Gehweg war, fährt der lange Schlauch der blaugrünen Baumaschine tief in die Erde, um mit Hochdruck Beton unter das Fundament der Benediktinerschule zu spritzen. Dort verfestigt sich das Material. Nach rund 150 bis 170 dieser Bohrungen wird der Beton eine Art Wand bilden. „Dieses Verfahren ist notwendig, um das Schulgebäude zu sichern. Immerhin graben wir für die Garage zehn Meter in die Tiefe. Würde man das nicht machen, könnte das Haus kippen“, erläutert Tom Müller von Immobilien 9022.

Seit Sommer wird in der Lichtenfelsgasse gebaut. In rund zweieinhalb Jahren soll das Vitaneum fertig sein. Bei dem 20-Millionen-Euro-Projekt, das 18 Jahre lang in der Stadt zur Diskussion stand, bevor es einen Baubescheid gab, handelt es sich um ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit Ordinationen. „Derzeit sind wir bei der Baufeldfreimachung und Baugrubensicherung“, sagt Müller. Archäologen begleiten die Arbeiten. Funde gab es bisher nicht.

Das Gebäude wird überbaut und in den Neubau integriert. Die denkmalgeschützen Gewölbe im Haus und im Keller werden erhalten Foto © Markus Traussnig

Momentan liegt das Bauvorhaben genau im Zeitplan. Im Frühjahr 2018 soll der Aushub fertig sein. Ganze 60.000 Tonnen Material wird man laut Berechnungen abtransportiert müssen. „Alle sechs Minuten wird ein Lkw fahren“, sagt Müller.

So wird das Vitaneum aussehen Foto © 9022 Immobilien

Danach werden sich überlappende Betonsäulen errichtet, die einen Durchmesser von 80 bis 120 Zentimetern haben. Erst nach einer Dämmschicht wird die eigentliche Tiefgaragenwand gebaut, die dann zu sehen sein wird.

Zum Projekt

Geplant. 28 Wohnungen zwischen 50 und 184 Quadratmeter, eine dreigeschoßige Tiefgarage mit 160 öffentlichen Stellplätzen. Das 1000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem das Vitaneum errichtet wird, gehörte ursprünglich der Kirche.

Tiefgarage. Liegt zum Teil auf
öffentlichen Grund (Lichtenfelsgasse und Dr.-Hermann-Gasse). Der öffentliche Grund bleibt im Besitz der Stadt. Sie überträgt gegen eine Pacht lediglich für 99 Jahre das Nutzungsrecht.

Der Bauherr räumt ein, dass die Arbeiten in der Innenstadt eine Herausforderung sind. Allein schon wegen des Platzmangels. Darüber hinaus muss Rücksicht auf die Personen in den umliegenden Gebäuden und den Markt genommen werden. Vor allem beim Schulgebäude gab es im Vorfeld intensive Diskussionen. Mit einer Zugangsrampe, der Präsenz von Ordnungshütern und eigens eingerichteten Parkplätzen zum Bringen und Abholen der Kinder, hat man offenbar eine zufriedenstellende Lösung gefunden.

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