KINOGESCHICHTE

Film ab! Als die Bilder in Klagenfurt laufen lernten

3D? Das gab es in Klagenfurt schon vor 60 Jahren! Eine Ausstellung im Kinomuseum am Lendkanal zeigt ab Samstag, 2. Juli, die reiche Kinogeschichte der Landeshauptstadt.

Klaus Pertl mit einem Projektor im Kinomuseum © KLZ/Weichselbraun
 

Kino ist: ein "Raum, Gebäude, in dem vor einem Publikum Filme gezeigt werden". So nüchtern wie der Duden kann man das Wort Kino zwar definieren, Kino kann aber zum Glück viel mehr. Wie viel mehr Kino zu bieten hat, kann man ab Samstag, 2. Juli, im Klagenfurter Kinomuseum sehen. In der heurigen Sonderausstellung des kleinen Museums am Lendkanal widmet sich Klaus Pertl "120 Jahren Kino in Klagenfurt". Und er hat dafür viel zusammengetragen, was über die Kinogeschichte der Stadt erzählt.

Klagenfurt hat keine große Rolle in der Filmgeschichte gespielt, weder als Drehort, noch als Ort für technische Entwicklungen. Das darf als bekannt vorausgesetzt werden. An der Kinogeschichte der Stadt lassen sich aber alle Entwicklungen, Neuerungen und Fehlversuche der noch immer relativ jungen Kunst ablesen. Klagenfurt war nicht spät dran, auf den fahrenden Zug aufzuspringen: Am 29. November 1896, kaum elf Monate nach der ersten Vorführung in Paris und ein gutes halbes Jahr nach Wien, hielt das Kino in Kärnten Einzug. Der in Amsterdam geborene Charles Crassé kam mit seinem Wanderkino aus dem heutigen Slowenien und sorgte zuerst im Klagenfurter Hotel Sandwirt (damals noch nicht Sandwirth geschrieben), nach dem 5. Dezember dann in Villach für die ersten Vorführungen in Kärnten.

Hermann Prechtls Kino

Weitere sollten folgen. Schnell ergaben sich auch bevorzugte Spielstätten, neben dem Sandwirtsaal auf der Geyerschütt – um 1903, sagt Klaus Pertl, gab es dort in Zelten Kinovorführungen vor rund 800 Zuschauern. Auch eine erste Filmkritik erschien damals, am 1. Dezember 1896, in der Klagenfurter Zeitung: "Einige Bilder litten ein wenig durch die Unruhe der Beleuchtung, die meisten aber kamen mit großer Deutlichkeit zur Schau, besonders die Badeanstalt und der Eisenbahnzug", hieß es.

KLAGENFURT: Kinogeschichte

Besuch im Kinomuseum

Kinos gibt es in Klagenfurt – und damit in Kärnten – seit
120 Jahren. Zuerst waren es Wanderkinos, ab 1908 gibt es feste Kinos.

Helmuth Weichselbraun

Besuch im Kinomuseum

Das kleine „Klagenfurter Kinomuseum am Lendkanal“ zeigt ab nächsten Samstag, 2. Juli,  in einer Sonderausstellung die reiche Kinogeschichte. Wir waren schon vorab in der Ausstellung.

Helmuth Weichselbraun

Besuch im Kinomuseum

Es gibt vieles zu entdecken. Die Spanne reicht von historisch interessant, über skurril bis hin zu verblüffend. Klicken Sie sich durch die Fotos.

Helmuth Weichselbraun

Besuch im Kinomuseum

Helmuth Weichselbraun

Besuch im Kinomuseum

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Besuch im Kinomuseum

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Besuch im Kinomuseum

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Besuch im Kinomuseum

Helmuth Weichselbraun

Besuch im Kinomuseum

Helmuth Weichselbraun
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1908 wurde das Kino in Klagenfurt sesshaft. Hermann Prechtl war der erste mit einer festen Spielstätte. Sein Kino in der Schulhofgasse (heute 10.-Oktober-Straße) bestand bis ins Jahr 1971. Früh wurden in Klagenfurt handcolorierte Filme gezeigt, ab 1930 gab es Tonfilme und Mitte der 1950er Jahre 3D.

Ein Vorführer des Kinos im Stadttheater hat mir erzählt, dass es manchmal zu fast feindseligen Begegnungen kam, wenn das Kinopublikum ging und das Theaterpublikum kam. 

Klaus Pertl, Kinomuseum
In Kärnten gab es, bis das Kinosterben in den 1960er Jahren einsetzte, rund 50 Kinos. In Klagenfurt waren es vom Kino Hermann Prechtls bis zur CineCity, die im November 2001 aufsperrte, zehn. Manche kurzlebig, wie eines in Viktring und die Heidelichtspiele in Krastowitz, manche aber über Jahrzehnte. Auch die beiden Kinos, die neben der CineCity noch existieren, blicken auf eine lange Geschichte zurück. Das Volkskino in St. Ruprecht, damals noch eine eigene Gemeinde, wurde 1926 eröffnet, das erste Wulfenia-Kino in der Siebenhügelstraße eröffnete 1954, seit 1956 ist es am heutigen Standort in der Luegerstraße. Und noch ein anderes "Kino" war langlebig: Von 1914 bis 1962 wurden im Stadttheater Filme gezeigt, meist vor den Theateraufführungen. Pertl: "Ein Vorführer hat mir erzählt, dass es manchmal zu fast feindseligen Begegnungen kam, wenn das Kinopublikum ging und das Theaterpublikum kam."

Die Ausstellung

120 Jahre Kino in Klagenfurt.
Die Sonderschau des Klagenfurter Kinomuseums führt zurück in die Zeit, als die Bilder auch in Klagenfurt laufen lernten.
Ort.
Klagenfurter Kinomuseum am Lendkanal,
Wilsonstraße 37.
Termin.
Samstag, 2. Juli, bis Sonntag, 28. August,
jeweils samstags und sonntags, 10 bis 18 Uhr.
Informationen.
www.kinogeschichte.at.

 

Heute ist die Kinosituation in Klagenfurt geprägt von einer David-gegen-Goliath-Situation: Auf der einen Seite das Volkskino mit einem Saal im Gemeindezentrum St. Ruprecht, auf der anderen der Großunternehmer Alfred Laas mit dem Wulfenia-Kino und der CineCity. Wie findet Pertl die derzeitige Situation? Er antwortet ausweichend: "Was mich beeindruckt ist, dass rund ums Volkskino eine kinointeressierte Community entstanden ist. Das zeigt sich am Kino im Burghof, das auch voll ist, wenn es einmal schüttet."

CHRISTIAN ZECHNER

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