23 ° C
Graz

Kärnten

Asylwerber helfen bei Versorgung

Kärntner Transitquartiere werden vorübergehend zur Unterkunft für Flüchtlinge, die in Österreich um Asyl angesucht haben. Viele Asylwerber unterstützen die Helfer.

© Peutz
 

Montagnachmittag in der Dullnig-Halle in Klagenfurt: Ausnahmsweise ist das Transitquartier, über 900 Notschlafstellen verfügt, in dem aber mehr als tausend Menschen die Nacht auf Montag verbracht haben, weitgehend leer.

Freiwillige sind dabei, die Halle für die Ankunft weiterer Flüchtlinge zu adaptieren. In erster Linie für Menschen, deren Ziel es ist, in Deutschland oder in Schweden Asyl zu erhalten. Von denen einige dann aber doch in Österreich um ein Bleiberecht ansuchen: Rund 140 Asylwerber leben mittlerweile in einem abgegrenzten Teil der Halle. „Wir haben in der Halle zusätzlich Zelte für sie aufgestellt, damit sie ein wenig Privatsphäre haben“, sagt Melanie Reiter, Sprecherin des Roten Kreuzes.

Allem Anschein nach sind die Menschen froh, dass sie ein Dach über dem Kopf haben. Eine Dauerlösung soll die Unterbringung in der Halle nicht sein. „Es ist ein Entgegenkommen der Landespolizeidirektion“, sagt Markus Dexl, „die Leute wären sonst auf der Straße, denn das Land hat nicht ausreichend Quartiere für sie.“ Es werde aber an dem Problem gearbeitet. Lösung sei in Sicht.

140 Asylwerber leben in der Transithalle in Klagenfurt – viele helfen dem Roten Kreuz beim Helfen
140 Asylwerber leben in der Transithalle in Klagenfurt – viele helfen dem Roten Kreuz beim Helfen Foto © Peutz

Für die Asylwerber gilt es also, abzuwarten. Aber viele von ihnen wollen sich erkenntlich zeigen für die Hilfe, die ihnen zuteil wird. Viele jener Menschen, die vorübergehend in der Halle leben, helfen den Helfern. „Sie gehören zu unseren wertvollsten Mitarbeitern“, betont Caritas-Direktor Josef Marketz, „ich wüsste nicht, wie die Versorgung ohne sie aufrecht erhalten könnten. Sie sprechen die Sprache, das hilft enorm, wenn Leute zu unserer Ausgabestelle kommen und Bestimmtes wollen.“

Helfen hilft

In der Dullnig-Halle ist Ausgabestelle der Caritas, in der Raiffeisenstraße 12 ist das Sachspendenlager. Eine riesige Halle stoffgewordener Anteilnahme: „Aus allen Tälern bringen die Leute lastwagenweise Kleider“, freut sich der Caritas-Direktor. 100 Priester und Pfarrgemeinderäte halfen auf seine Bitte beim Sortieren. Marketz hat übrigens auch einen Rat für manche, die die Flüchtlinge fürchten: „Wer Angst hat oder kritisch ist, soll einfach einmal vorbei schauen und eine Stunde mithelfen.“

ELIABETH PEUTZ