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Gottscheer Gedächtniskirche birgt Papst-Reliquie

Höhepunkt der 50. Gottscheer Kulturwoche war Sonntagvormittag ein Festgottesdienst mit der Einsetzung einer Blutreliquie von Papst Johannes Paul II.

Die Gottscheer Gedächtniskirche
Die Gottscheer Gedächtniskirche © KK/Privat
 

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Viktor Michitsch feierten Abt Gregor Henckel Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz und Militärerzdekan Bischofsvikar Harald Tripp den Gottesdienst. Wie bei den Gottscheern üblich, wurde im Besonderen der Schutzmantelmadonna für Hilfe in schwerer Not gedacht und an der Erinnerungsstätte Blumen niedergelegt. Die Kolpingkapelle, die mit der Sing- und Trachtengruppe den Gottesdienst begleitete, intonierte das ewig bewegende Lied vom Guten Kameraden.

Harald Tripp schilderte die Geschichte des Papstes, während Abt Henckel-Donnersmarck seine enge Verbindung zur Gottschee hervorhob. Er habe sich für diesen besonderen Anlass ein Festgewand ausgesucht, das mit Waldtieren aus der alten Heimat bestickt ist. Er erinnerte an die Gottesdienste „daheim“ und an den inneren Zusammenhang von Glaube, Kultur, Brauchtum und Sprache. Dies sei heute oft schwer erfüllbar, doch der Abt rief dazu auf, nicht nur an die traurigen Ereignisse zu denken, sondern auch an das Schöne, das man in der neuen Heimat erleben durfte. Die Reliquie wurde in einem von Guido Kapsch künstlerisch gestalteten Schrein an der Wand vor dem Altar angebracht und gesegnet.

Mit bewegenden Worten dankte Viktor Michitsch für das Kommen des Abtes und seine wohltuenden und ermunternden Worte in der Predigt. Durch seine Anwesenheit habe das Jubiläum der Kulturwoche eine besondere Auszeichnung erhalten. Als kleinen Dank übergab er dem hohen Geistlichen ein Buch mit der Geschichte der Kirchen in der alten Heimat.

Der Vorsitzende hob die Bedeutung des Heiligen Johannes Paul II. für Frieden und Versöhnung in Europa hervor und dankte Bischofsvikar Harald Tripp für seine Initiative, die Reliquie nach Krastowitz zu bringen. Nach einem Besuch in der Erzdiözse Krakau erbat Tripp in einem Schreiben an Erzbischof Stanislaw Kardinal Dziwisz eine Blutreliquie für die Kirche St. Ulrich. Schon wenige Monate später übermittelte der Kardinal eine Reliquie mit einem Begleitbrief und einem Echtheitszeugnis und versicherte die Gottscheer Gemeinschaft seines Gedenkens im Gebet. Michitsch dankte Harald Tripp für seine großartige Vermittlung und kündigte einen Dankesbesuch in Krakau an.

Nochmals auf Papst Johannes Paul II. zu sprechen kommend, erklärte Michitsch, dass dieser im Dialog mit den KP-Funktionären entscheidend zum Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa beigetragen habe. „Für Johannes Paul II. war Europa immer christlich geprägt. Die Gottscheer waren und sind Teil dieses christlichen Europas.“ Mit dem Te Deum und dem Gottscheer Heimatlied klang der Gottesdienst aus.

Daran schloss sich am Nachmittag der heimatliche Segen, den Bischofsvikar Tripp und Pfarrer Richard Kogler erteilten. Gottscheer aus aller Welt ließen sich die festliche Stimmung trotz unwirtlichen Wetters nicht verdrießen. Zur Hebung der Stimmung trug auch der Auftritt einer Tanzgruppe aus der alten Heimat bei.

HEINZ STRITZL

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