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17 Festnahmen in der ersten Nacht in Klagenfurt

Im Hinblick auf das Match Deutschland gegen Polen werde man "keine Toleranz gegen bekannte Störer" walten lassen.

© APA
 
17 Festnahmen hat die erste EURO-Nacht in der Host City Klagenfurt gebracht. Das gab Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger am Sonntagvormittag bei einer Pressekonferenz bekannt. Was auf den ersten Blick für einen spielfreien und verregneten Abend in der Klagenfurter Innenstadt nach viel klingt, war aber recht unspektakulär. Neben dem Vorfall in der 10. Oktober-Straße, wo es nach Bier-Schüttereien und Rangeleien sieben Anhaltungen gab, kam es in der Nacht zu weiteren kleineren Provokationsversuchen, die vorübergehend im Anhaltezentrum der Polizei endeten.

Rasches Vorgehen. Verletzte gab es nicht. Landeshauptmann Jörg Haider (B) berichtete übrigens davon, dass auch ein ausländisches Fernsehteam versucht haben soll, rivalisierende Fangruppen aufzustacheln. "Das ist nicht das, was man sich von einem Fernsehteam erwartet", sagte Haider. Bürgermeister Harald Scheucher lobte ausdrücklich das rasche und professionelle Vorgehen der deutschen Beamten. Bei den Festgenommenen handelte es sich um acht Deutsche, zwei Österreicher sowie je ein Tscheche, Armenier und Aserbaidschaner. In den anderen Fällen hatte die Exekutive keine gesicherten Informationen über die Nationalitäten.

Akkreditierung entzogen. Bekannt wurde auch, dass rund 30 Mitarbeitern von privaten Sicherheitsdienstleitern die UEFA-Akkreditierungen entzogen worden sind. Sicherheitsdirektor Albert Slamanig begründete dies damit, dass die betreffenden Personen einem routinemäßigen Sicherheitscheck nicht standgehalten und wegen "bestimmter Dinge" vorgemerkt seien. Die UEFA entschied autonom auf entsprechende Mitteilungen in diesem Sinne. Das Rote Kreuz meldete insgesamt 20 Fälle von notwendigen Versorgungen.

Fans im Anrollen. Für Sonntag erwarten die Sicherheitsbehörden ein relativ hohes Fanaufkommen aus Deutschland und Polen. "Am Klagenfurter Flughafen sind 71 Flugzeuge angemeldet, Chartermaschinen genauso wie Privatflieger", sagte Haider. Fünf Sonderzüge, drei aus Deutschland, zwei aus Polen, werden am Bahnhof erwartet. Auf der Tauernautobahn (A10) herrscht laut Landeshauptmann erhöhtes Verkehrsaufkommen. Außerdem sind 51 polnische und 67 deutsche Autobusse im Anrollen. Die Polizei bietet bis zu 2.500 Beamte auf, erklärte Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger.

Fanzonen. Unterdessen sorgt man sich in Klagenfurt offenbar um die Auslastung der Fanzonen. Gut angenommen wurde am Eröffnungstag nur jene am Neuen Platz. Scheucher sprach von etwa 3.000 Besuchern, die sich das Spiel Schweiz gegen Tschechien ansahen. Mit der Fanmeile in der 10. Oktober-Straße und dem Angebot in der Innenstadt um den Alten Platz seien etwa 10.000 Personen in Klagenfurt gewesen. "Wenig angenommen wurde die Fanzone am Messegelände, das muss man offen sagen", gab der Bürgermeister zu. Er hoffe, dass die Klagenfurter Bevölkerung in den kommenden Tagen mehr am Geschehen teilnehme. "Ängste sind unbegründet", sagte Scheucher.

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