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AvW: Kein Schampus für Opfer

Für 325.000 Euro wurde am Freitag das AvW-Haus in Krumpendorf an zwei Kärntner verkauft. In Frankreich lagern 1000 Flaschen "AvW-Champagner". Die Anleger müssen mit Ansprüchen warten.

 

An der Kumpendorfer Hauptstraße steht es da als Symbol der Vorgaukelei: Das AvW-Haus, gefärbt wie das Blaue vom Himmel, das man den AvW-Anlegern erzählt hatte. Hier hat Wolfgang Auer-Welsbach einst seine Vertriebsleute geschult, um seine AvW-Partizipationsscheine an die Leute zu bringen. Vor wenigen Tagen haben tausende Genussscheininhaber beim Konkursgericht insgesamt 410 Millionen Euro als Forderungen angemeldet. Doch sie müssen noch Jahre warten, ob sie mit einer Quote an der AvW-Masse beteiligt werden und einen Bruchteil ihrer Gelder wiedersehen.

Die Masseverwalter der AvW-Pleite, Gerhard Brandl und Ernst Mallegg, haben nämlich bei der ersten Prüfungstagsatzung Ende November die Forderungen bestritten. "Weil wir abwarten wollen, was bei den Musterprozessen mit dem Verein für Konsumenteninformation herauskommt", so Brandl. Bis zum OGH soll geklärt werden, ob Genussscheine als Fremdkapital oder nachrangiges Eigenkapital zu bewerten sind. Das dauert Jahre.

100 Euro die Flasche

Die Anleger werden deshalb nur in geringer Schampuslaune darüber sein, dass die Masseverwalter mittlerweile auf 1000 Champagnerflaschen der Nobelmarke Tattinger gestoßen sind, die Auer Welsbach einst bestellt hatte und die nun verkauft werden sollen.

Auf die Spur gekommen sind Brandl und Mallegg den Champagnerflaschen "über einen Lieferschein über eine Anzahlung von 80.000 Euro bei einem deutschen Weinhändler". Die Flaschen würden jedoch noch in der Champagne liegen - beim Hersteller Tattinger. "Wir wollen die 1000 Flaschen verwerten und kartonweise an Bestbieter verkaufen. Der Mindestpreis pro Flasche beträgt 100 Euro", lobt Brandl aus.

Um 325.000 Euro verkauft

Bisher haben die Masseverwalter aus dem Verkauf von AvW-Vermögenswerten bereits über 100 Millionen Euro erlöst. Am Freitag kamen weitere 325.000 Euro dazu. Soviel zahlten zwei Kärntner für das "blaue AvW-Haus", das sie eventuell gewerblich nutzen wollen. Bereits vor einem Jahr war die AvW-Villa in Pörtschach mitsamt Ufergrund um 5,07 Millionen verkauft worden, wo nun neue Appartements gebaut werden. Noch nicht verkauft ist die Krumpendorfer AvW-Villa, die einer Privatstiftung gehört, die schwer zu knacken ist.

In den letzten Monaten erlösten die Masseverwalter 699.000 Euro für den 11,39-AvW-Anteil an Hirsch Servo, 6,8 Millionen Euro für die Anteile an Realtech und 6,7 Millionen Euro für Anteile an Ecotel und GFT Technologies. Ferner zwei Millionen Euro für die S&T-Anteile. Last but not least legte ein anonymer Käufer 374.000 Euro für Auer- Welsbachs Motorboot samt Wörthersee-Lizenz hin. Alle Gelder seien laut Brandl "auf zwei Jahre gebunden gut veranlagt".

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