Kunstvolles und Kunstfertiges

Die BV-Mitglieder zeigen sich im Stadthaus Klagenfurt von ihrer wilden Seite. Im Lavanttal herrscht erdige Sachlichkeit.

 

Alpen-Adria-Galerie

Die Berufsvereinigung Bildender Künstler Kärntens ist ein Hort von "Jungen Wilden". So scheint es jedenfalls, wenn man die BV-Jahresausstellung in der Klagenfurter Alpen-Adria-Galerie betritt. Hier tummeln sich - dicht gehängt - ungestüm gemalte Leinwände, die in Gestus und gezielter Formlosigkeit an den Abstrakten Expressionismus oder die "Wilden" der 1980er erinnern. Auch die Art Brut eines Dubuffet lässt zuweilen grüßen, etwa bei mittleren Formaten von Astrid Langer oder Maria Kropf.

Neben dieser unbekümmerten Malerei, die das Gros der rund 60 gezeigten Arbeiten ausmacht, sind auch neuere Techniken präsent, die meist kunstfertige, manchmal auch kunstvolle Ergebnisse zeitigen. Klaus Leesemann zeigt beispielsweise irisierende Foto-Impressionen von Venedig, Luca Gaddini abstrakte Digitaldrucke auf Alu und Margarethe M. Bauer lässt mithilfe von Reliefs, an denen Marmorstaub haftet, Hans Bischoffshausen wiedererstehen. Auch begabte "Installateure" findet man unter den BV-Mitgliedern, etwa Sibylle von Halem, die mehlsackartige Torsi zu einer Art Schützengraben aufschichtete oder Manfred Leyfert, der einen sehr "persönlichen Sicherheitskasten" an die Wand montierte.

Unter den spärlich vertretenen Skulpturen glänzen traditionsgemäß die Stoßstangen von Harry Jeschofnig, aber auch kubistische Kautschuk-Objekte von Helmut Machhammer oder Martin Schreiers "3 Stamm-Bäume" im Innenhof des Stadthauses laden ein zur näheren Betrachtung. EH

BV-Jahresausstellung. Stadthaus Klagenfurt; bis 25. 11., Info: 463/537-5532

Reart-Galerie

Manfred Röll, Goldschmied und Künstler aus Wolfsberg, muss einfach malen, um zu klären "wie Malerei geht". Er schichtet erdige Farben zu imaginären Räumen, strukturierten Flächen, grenzt sie gegeneinander ab. Segmentiert ohne zu trennen. Mitunter setzt er abgezirkelte grafische Elemente ins Zentrum. Seine klare Parzellierung des Bildraumes schafft Bilder im Bild. Über Farbe und Form entscheidet der Arbeitsprozess. So entstehen schwebende Gestalten, die nicht Inhalt, sondern Träger des Bildselbstverständnisses sind.

Konträr nehmen sich dazu die Aufzeichnungen des Gailtalers Richard Kaplenig aus Buenos Aires aus. Er reiht Details mit Ansichtsausschnitten aus der Hauptstadt Argentiniens aneinander, schafft mit Bildern von Industrieanlagen, Autos, Verkehrszeichen, Architekturelementen oder Buchstabencodierungen quasi Puzzles, die sich zu einem Gesamtbild fügen könnten. In wolkigen oder leeren Himmeln positioniert, wirken die Motive sachlich und vermitteln eine attraktive Atmosphäre. WR

M. Röll / R. Kaplenig. REART-Galerie, St. Stefan/Lavanttal. Am Gewerbepark 8. Tägl. 9-22 Uhr. Bis 21. November.

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