Bezirks- und Gemeindesuche
"Sicherheit hat die höchste Priorität"
Nach dem Kirchtag ist vor dem Kirchtag. Obmann Richard Pfeiler über neue Konzepte, logistische Herausforderungen und Politwerbung.

Foto © Weichselbraun438.000 begeisterte Kirchtagsgäste wurden in der Brauchtumswoche in Villach gezählt
Tag drei nach dem Villacher Kirchtag: Hat sich der Obmann des Kirchtagsvereines schon erholt?
RICHARD PFEILER: Danke, wir haben ein wunderbares Fest erlebt. Auch wenn man in diesen acht Tagen wirklich nicht viel zum Schlafen kommt.
Die Besucherzahlen haben ja alle bisherigen Rekorde getoppt. Worauf führen Sie das zurück?
PFEILER: Unser Zählsystem hat 438.000 Gäste registriert, das wird so ziemlich stimmen. Und das sind immerhin um 100.000 Kirchtagsgäste mehr als im Vorjahr. Das ist sensationell. Grund dafür ist sicher - neben der Strahlkraft des Festes selbst - die Mundpropaganda und die sympathische Werbelinie, freilich auch unser eingespieltes Team im Kirchtagsverein. Und man hat uns heuer erstmals auch österreichweit die Bedeutung zugemessen, die der Kirchtag hat.
Bürgermeister Helmut Manzenreiter hat gemeint, die Villacher Altstadt wäre schon fast zu klein und neue Verkehrssysteme müssten her.
PFEILER: Wir arbeiten daran, am Stadtrand Auffangparkplätze zu suchen und die Gäste künftig mit Shuttle-Bussen in das Kirchtagsgelände zu bringen. Aber abgesehen vom Verkehr hat der Besucheransturm zum Teil auch die Gastwirte an den Rand des Machbaren gebracht. Das Erfreuliche ist, sowohl Rettung als auch Ro- tes Kreuz verzeichneten einen Tiefpunkt bei den Einsätzen. Die größte Aufregung war wahrscheinlich die Verhaftung des Kirchtagsbesuchers mit dem Anti-Scheuch-Leiberl.
Im nächsten Jahr wird der Kirchtag noch bekannter sein und daher wahrscheinlich noch mehr Besucher anlocken. Wie kann man so viele Gäste der Innenstadt auch sicher managen?
PFEILER: Das Thema Sicherheit hat für uns höchste Priorität. So viele Menschen auf nicht allzu großem Raum sind sicher eine Herausforderung. Wir haben gleich nach dem Kirchtag eine Arbeitsgruppe installiert, die sich mit den aktuellen Fragen beschäftigen soll: Verkehr, Besucherstrom, Notausgänge. Und wir haben den internationalen Sicherheitstexperten Bruno Hersche drei Tage lang mit dem aktuellen Kirchtagsgeschehen live konfrontiert.
Wie hat der Fachmann die Rahmenbedingungen des Villacher Kirchtags gesehen?
PFEILER: Er war erfreut, dass wir als Veranstalter von uns aus eng mit den Sicherheitsexperten zusammenarbeiten wollen. Er hat unsere Aktionen zum Thema Sicherheit als sehr positiv bewertet. Unsere Standards sind bereits sehr hoch. Wir verfügen über genügend Notausgänge und spezielle Auffangbereiche. Wir haben vor dem Kirchtag Szenarien durchgespielt, im Bereich der Burg und an der östlichen Draulände Zonen definiert, die wir für Ernstfälle freihalten. Die groß beschilderten Fluchtwege sind bei Stromausfall gut zu finden, sie sind mit Batterien bestückt.
Welche Ideen gibt es noch, das Thema der Besucherstromlenkung zu beeinflussen?
PFEILER: Man kann auch mit der Programmgestaltung auf die Gästeverteilung Einfluss nehmen: Wann setzt man wo welche Schwerpunkte? Außerdem ist auf dem Hauptplatz nach Mitternacht nicht mehr sehr viel los, dafür herrscht im Vergnügungspark ausgelassene Stimmung. Dort tummeln sich auch viele, die mit dem Brauchtum nicht besonders viel am Hut haben.
Es gab Kritik, dass an einigen Standln Preise für Speisen verlangt wurden, die eher überzogen waren.
PFEILER: Das habe ich auch bemerkt. Die Wirte argumentieren dann mit unserer Standgebühr. Aber diese liegt österreichweit im Mittelfeld, obwohl es so ein Fest wie unseren Kirchtag in ganz Österreich nirgends gibt. Ich appelliere immer für Preisdisziplin, man muss ja nichts untertreiben, aber maßvolle Preisgestaltung ist uns ein Anliegen. Die Wirte haben aber ausgezeichnete Arbeit geleistet, unsere Qualitätsoffensive geht voll auf. Der Hauptplatz als größter Kirchtagsgastgarten ist ziemlich gut unterwegs.
Wo sehen Sie den Villacher Kirchtag in ein paar Jahren?
PFEILER: Wir sind schon jetzt Kärntens größtes und sicher wichtigstes Fest, und zwar auch ohne Förderungen des Landes. In dieser Richtung passt die Entwicklung sehr gut, in zwei Jahren feiern wir den 70. Kirchtag. Schaden kann dem Kirchtag nur, wenn er, wie von der FPK, als Plattform für parteipolitische Werbung missbraucht wird. Das ist verurteilenswert, das hat dieses wunderschöne Fest nicht verdient.
Features
Dringend gesucht
Verloren. In der Nacht auf Freitag wurde eine junge Kirchtagsbesucherin mit der Rettung in das Landeskrankenhaus Villach eingeliefert. Seither vermisst sie ihre große, schwarze Handtasche mit sämtlichen Wertgegenständen: Handy, Brieftasche, Kamera, Ausweise, Schlüssel. Wer hat Beobachtungen gemacht, die dienlich sein könnten? Infos bitte an 0664-453 2003, Finderlohn winkt.











