Bezirks- und Gemeindesuche
Eine Woche voll purer Lebenslust
Kärnten ohne Villacher Kirchtag ist wie Bayern ohne Oktoberfest. Die originellsten Kirchtagsschwärmereien.

Foto © KLZ / Weichselbraun
Was wäre Kärnten eigentlich ohne den Villacher Kirchtag? Wollte die Kleine Zeitung von Kirchtagsbesuchern wissen. Die breite Palette der Antworten reichte von "Wie Meer ohne Strand", "Suppe ohne Salz, eine halbe Sache" bis hin zu "so wie Klagenfurt". Diesen Vergleich zog nämlich Gastgeber Bürgermeister Helmut Manzenreiter. Parteikollege Reinhard Rohr gab ihm recht: "Da wäre ja das ganze Land um eine wichtige Jahreszeit ärmer!" Immer in der ersten Augustwoche sei er besonders stolz, ein Villacher zu sein, so Rohr. "Jeder spürt, dass der Kirchtag von den Menschen im Herzen getragen wird!" Auch Petrus scheint in der Kirchtagswoche ein waschechter Draustädter zu sein - die Regenschauer zwischendurch konnten der Stimmung überhaupt nichts anhaben.
Ausweitung mit Vorsicht betrachten
Kirchtagsvereins-Obmann Richard Pfeiler und Geschäftsführer Johann Presslinger feilen indes noch weiter an der Qualität. Eine Ausweitung wäre mit Vorsicht zu betrachten.
Vom puren Brauchtums-Gefühl schwärmte auch Gerhard Angerer, Chef des Villacher Stadtmarketings und eigentlich Steirer: "Das ist längst nicht mehr in Zahlen fassbar." Würde es das schönste Fest Österreichs nicht mehr geben, "dann wäre es für mich wie Weihnachten ohne Christkind." Wohl auch deshalb, weil die Villacher Bauerngman dann nicht mehr die "Kindlbescherung" durchführen könnte, für die sie beim Laden sammelt. Deren Großbauer Franz Teppan, zeigte sich ob des gelungenen Festes restlos begeistert: "Besser geht es fast nicht mehr, der Kirchtag ist aus Kärnten nicht wegzudenken!"
Das Land ohne ihn? Daran wagten Villachs Tourismusreferent Peter Weidinger und Steffen Sack, der mit seiner Sängerrunde Fellach-Oberdörfer beim Wildsingen zum beliebten Programm zählt, gar nicht zu denken. "Unvorstellbar", so Weidinger, "wie Paris ohne Eiffelturm," nickte Sack. Nicht so weit holten da Clemens Aigner, Chef der Villacher Brauerei, aus, der heuer, ebenso sein wie Kollege Josef Pacher, den "perfektesten Kirchtag aller Zeiten" erlebt hat: "Es wäre gar wie München ohne die Wies'n."
Tanzen, singen, schmausen
Lebensfreude pur spiegelte der Villacher Kirchtag in allen Facetten: Auf der Brandenburg luden Claudia Spendier-Boyneburg und Gatte Götz Boyneburg-Lengsfeld ganz persönlich traditionell eine illustre Gästeschar zur Suppe und zum Kirchtagsbraten ein. In der Altstadt sang am Vormittag die Sängerrunde Fellach-Oberdörfer auf. Unterstützt wurden sie von vielen sangesfreudigen Kirchtagsbesuchern.
Mit der "Villacher Bier"-Kutsche holte Clemens Aigner Bürgermeister Helmut Manzenreiter samt Ehrenhut zur Rundfahrt ab. Kelly und Andy Kainz brachten den tanzfreudigen Kirchtagsgästen echte Polkaschritte bei.
ELENA MOSER, DANJA SANTNER, HELMUT GRAM














