Kärntner des TagesHubert Petscharnig: Der Retter der Bücher

Hubert Petscharnig (48) aus Feldkirchen findet für Bücher, die im Müll landen, einen weit besseren Platz.

„Das Bücherverbrennen erinnert an dunkle Zeiten“, sagt Hubert Petscharnig
„Das Bücherverbrennen erinnert an dunkle Zeiten“, sagt Hubert Petscharnig © KLZ/Traussnig
 

Angefangen hat alles mit einem Regal: Hubert Petscharnig, Mitarbeiter der Altstoffsammelstelle Nord in Klagenfurt, hat es vor einiger Zeit als Sicherheitsmaßnahme für seine besonderen Schützlinge gebaut. Der 48-jährige Feldkirchner rettet Bücher, die von anderen weggeworfen werden, vor dem Schicksal als Küchen- oder Klopapier. Die meisten Bücher, findet der Lesebegeisterte, sind für diese Verwendungszwecke zu schade.

Auf das eine Regal folgte ein zweites, dann ein drittes. Schließlich brachte man ausrangierte Kästen – die Zahl der geretteten Druckwerke wuchs, der Platz wurde weniger. „Die Idee zur Bücherrettung ist aber nicht nur auf meinem Mist gewachsen“, so Petscharnig, und verweist darauf, dass der zuständige Stadtrat Wolfgang Germ angesichts der vielen Bücher veranlasste, Container anzukaufen. Dank dieser sind es statt der anfangs 150 jetzt mehr als 2000 Bücher, die auf dem Gelände der Altstoffsammelstellen Nord und Süd stehen. Die Büchercontainer sind im Sommer klimatisiert, im Winter beheizt. Es gibt auch eine eigene Leseecke.

„Es wird viel weggeworfen und auch viel wieder mitgenommen“, erklärt Petscharnig. Am liebsten nehmen die Besucher seiner Beobachtung nach Kinderbücher, Kochbücher und neuere Fachbücher mit. Petscharnig selbst interessiert sich für Wissenschaftszeitschriften und Gartenbücher.

Büchercontainer

Lesenswert: Büchercontainer Süd und Nord in
Klagenfurt auf dem Gelände der Altstoffsammelstelle Süd, Stadlweg 48 und bei der Altstoffsammelstelle Nord, Kautscheleweg 14.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 6 bis 19 Uhr, Samstag 7 bis 12 Uhr.

Vor kurzem hat der engagierte Hobbygärtner ein Buch zum Thema „Teich anlegen“ gefunden: Heute hat er einen eigenen Teich im hunderte Quadratmeter großen Garten. Bäume schneiden, Ziergras über den Winter bringen oder nach dem Mond düngen – Petscharnig findet in Büchern, die andere nicht mehr wollten, hilfreiche Tipps und Tricks. „Natürlich gibt es auch das Internet. Aber wenn man die Infos auf Papier hat, schematisch dargestellt, und man umblättern kann, dann ist mir das lieber.“ Besucher können gelesene Bücher auch wieder zurückbringen: „Das machen viele“, erklärt Petscharnig.

Was man niemals mit alten Büchern tun sollte? „In die schwarze Mülltonne werfen, denn dann werden sie nach Arnoldstein gebracht und verbrannt“, sagt Petscharnig, seit 2007 in der Altstoffsammelstelle im Stadtteil Annabichl tätig. „Bei der Verbrennung von Büchern herrscht eine gewisse Sensibilisierung. Das erinnert zu sehr an eine dunkle und böse Zeit.“

Kommentare (2)

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Bond
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Hut ab

Der Mann ist gescheiter und verantwortungsvoller als die gesamte Stadtpolitik. Dann Klagenfurt hat immer noch keine Stadtbibliothek. Würde nicht die AK dankenswerterweise eine Bibliothek betreiben, wäre Klagenfurt eine Stadt der Ignoranten.

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Bond
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Hut ab

Der Mann ist gescheiter und verantwortungsvoller als die gesamte Stadtpolitik. Dann Klagenfurt hat immer noch keine Stadtbibliothek. Würde nicht die AK dankenswerterweise eine Bibliothek betreiben, wäre Klagenfurt eine Stadt der Ignoranten.

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