Kärntnerin des TagesTanja Mairitsch: Eine Regisseurin geht auf Tauchstation

Die Regisseurin mit Wurzeln in Klagenfurt hat ihren zweiten Film gedreht. Nach "Fueling the Fire" in Los Angeles, entstand nun in Österreich "Lacrimosa". Eine filmische Grenzerfahrung unter Wasser.

"Lacrimosa"-Regisseurin Tanja Mairitsch
"Lacrimosa"-Regisseurin Tanja Mairitsch © Fabfotos
 

Erst das Feuer, jetzt das Wasser. So könnte man die Pole, zwischen denen sich die Filme der in Klagenfurt geborenen Regisseurin Tanja Mairitsch bewegen, kurz zusammenfassen. Nach "Fueling the Fire", 2002 in Los Angeles gedreht, folgte jetzt "Lacrimosa", der zu gut einem Drittel unter Wasser entstand. Alleine die lange Zeit von 15 Jahren zwischen den Filmen zeigt: Mairitschs Wege sind verschlungen – und sie führen über den ganzen Globus.

Das begann früh. Als Tochter eines Kärntners und einer Steirerin, die sich als Lehrer in der Österreichischen Schule in Istanbul kennengelernt haben, wurde sie in Klagenfurt geboren. Mit vier Jahren dann der Umzug in den Iran, danach zehn Jahre in Kolumbien – Mairitschs Jugendzeit. Zurück in Österreich absolvierte sie die Werbeakademie in Wien und arbeitete in einer Agentur, bevor sie am "American Film Institute" in Los Angeles studierte. Während dieser Zeit hatte sie auch einen Assistenzjob beim Wim-Wenders-Mel-Gibson-Film "Million Dollar Hotel" (2000), ihre erste Berührung mit einer Großproduktion.

Ein Ausschnitt aus dem Filmplakat
Ein Ausschnitt aus dem Filmplakat Foto © KK/Privat
 

Jetzt, bei "Lacrimosa", der beim Santa Barbara International Filmfestival Premiere feierte, beim Hollywood Short Film Festival lief und gerade in Kitzbühel mit dem Österreichischen Nachwuchspreis 2017 ausgezeichnet wurde, war der Set auch alles andere als klein. 130 Personen arbeiteten an dem 18-minütigen Film, der, von der Idee bis zum fertigen Film, in vier Jahren entstand. Ein Experiment. Eine surreale Reise in die Erinnerung und Innenwelt einer jungen Frau, gespielt von Saskia Rosendahl. So einen Film gab es bisher nicht. Rosendahl und ihr Partner Frowin Wolter – Mairitsch wollte keine Profitaucher, sondern Profidarsteller – mussten unter Wasser agieren, reden, gehen, Emotionen zeigen. Viele Probleme mussten gelöst werden, vom Chlorgehalt des Wassers über die Frage, wie man unter Wasser "spricht" und geht - Letzteres funktioniert mit Gewichten an den Beinen -, bis zu unerwünschten Lichtreflexionen.

Hauptdarstellerin Saskia Rosendahl geht mit Gewichten unter Wasser
Hauptdarstellerin Saskia Rosendahl geht mit Gewichten unter Wasser Foto © Fabfotos
 

"Es gab viele McGyver-Momente, die Frage, wie kann ich das lösen und wie kann ich das ohne viel Geld lösen", sagt Mairitsch, die nicht verrät, wie viel der Film gekostet hat. Nur so viel: Es war ein professionelles Projekt, aber die Profis – unter anderem eine deutsche Unterwasserfilm-Crew – bekamen ein reduziertes Gehalt. "Alle", sagt Mairitsch, "haben irrsinnig viel gegeben." Rosendahl und Wolter zum Beispiel waren an manchen Tagen für zehn Stunden unter Wasser. Mairitsch hat aber, wie sie sagt, "alles vorher durchgemacht, was sie von den Schauspielern verlangt hat"

Gedreht wurde auch an der Luft
Gedreht wurde auch an der Luft Foto © Fabfotos

Ihre Wege mögen verschlungen sein, Mairitsch ist sie aber immer zielstrebig in Richtung Regiekarriere gegangen. Nach Amerika drehte sie, zurück in Kolumbien, einen Werbefilm nach dem anderen, arbeitete an einem Horrorfilm, der dann nicht zustande kam, und bereitete in Wien "Lacrimosa", den der ORF und verschiedene Länder, unter anderem Kärnten und die Steiermark, mitfinanzierten, vor.

Der Film geht jetzt auf Festivaltour, darunter ist das Boston Film Festival und das berühmte Fantasyfilmfestival im spanischen Siges. Das freut Horrorfilmfan Mairitsch besonders. Und auch ihr nächster Film wird mit dieser Leidenschaft zu tun haben: "Es ist ein Horror-Thriller-Drama, sehr crazy, sehr kreativ." Und wieder sehr unkonventionell.

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