Kärntnerin des TagesRenate Petz: Frühe Kämpferin gegen Gewalt

Renate Petz (61) aus Treibach-Althofen ist Polizistin und wurde heuer mit dem Gewaltschutzpreis ausgezeichnet.

Manchmal erklärt die Kriminalbeamtin ihren Namen am Telefon selbstironisch: „Renate Petz, wie der Bär in der Fabel.“
Manchmal erklärt die Kriminalbeamtin ihren Namen am Telefon selbstironisch: „Renate Petz, wie der Bär in der Fabel.“ © KLZ/Traussnig
 

"Über die Auszeichnung freue ich mich sehr“, gesteht Renate Petz. „Zum einen, weil mein Handeln geschätzt wird. Zum anderen, weil es ein toller Abschluss meiner Dienstzeit ist. Spätestens am 31. Dezember 2017 ist Ultimo!“

„Primo“ war, als Petz im Alter von 16 und unter dem Eindruck von Zeitungsberichten den unumstößlichen Beschluss fasste: „Ich will zur Polizei.“ Unverzüglich erkundigte sich die Schülerin aus Treibach-Althofen in der Polizeidirektion Klagenfurt, was sie dafür tun müsse. Entsprechend motiviert machte sie Matura, absolvierte die für Frauen damals unerlässliche Sozialakademie. Am Freitag, dem 1. Juli 1977, stand sie als Polizistin vor den damals 75 Villacher Kriminaldienst-Kollegen.

Ich war die einzige Frau und spüre jetzt noch die prüfenden Blicke. Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich im Boden versunken.“ Aber die Kollegen seien auch verunsichert gewesen und hätten sich gefragt: „Wie wird das mit der Neuen? Und glaubt sie wohl den Aussagen von anzeigenden Frauen wie dem Amen im Gebet?“

Dass die Sorge unbegründet war, zeigt 40 Jahre später die Erklärung des Gewaltschutzzentrums (GSZ), warum Petz als Preisträgerin ausgewählt wurde. „Frau Petz prüft alle Anzeigen von Gewalt sehr genau und geht einfühlsam mit den Opfern um“, sagt GSZ-Leiterin Roswitha Bucher. „Sie unterstützt sie dabei, aus der Situation zu entkommen, und stellt Verbindungen zu Hilfsorganisationen wie uns her.“

Ihren Mut bestätigt auch eine Erinnerung Petz‘. „Früher habe ich meinen Chef manchmal mit der sarkastischen Bemerkung geärgert: ,Da bin ich aber froh, dass sich die Leute Gedanken über die Täter machen!‘ Damals gab’s für die Opfer ja noch keinerlei Hilfe.“

42 Dienstjahre lang arbeitet Petz in der gleichen Villacher Kriminalabteilung. „Ruhiger und abgeklärter“ sei sie geworden, ihre Menschen- und Täterinnenkenntnis ist gewachsen, immer präziser kann sie falsche Aussagen aufdecken und belegen. Gleichzeitig wird sie geschätzt für ihr Engagement für Frauen und Kinder, die tatsächlich Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind – zu einer Zeit, als weite Teile der Gesellschaft solche Delikte als Bagatellen abgetan haben.

Heuer ist ihr letztes Berufsjahr. Auch in der Pension widmet sie sich „schweren Fällen“: „Ich lese gern Thriller und bin süchtig nach Sudoku-Rätseln“, verrät Kärntens dienstälteste aktive Kriminalinspektorin.

Und noch etwas schätzt sie sehr: Benefizfahrten „ihres“ Motorradclubs „Rollin Toys“. „Samstag, 20. Mai, um 10 Uhr geht’s wieder los, vom Parkplatz der Villacher Alpenarena.“ Der Erlös ist für die Familie eines bei Waldarbeiten getöteten Lavanttalers.

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