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Zuletzt aktualisiert: 21.10.2012 um 20:16 UhrKommentare

Tour de France auf Schusters Rappen

Der 27-jährige Andreas Planegger aus Launsdorf und der ebenfalls 27-jährige Stefan Dielacher aus Friesach marschierten zu Fuß und über die Alpen an die Côte d'Azur.

1200 Kilometer marschierten Andreas Planegger und Stefan Dielacher von Kärnten nach Frankreich

Foto © KK/Privat1200 Kilometer marschierten Andreas Planegger und Stefan Dielacher von Kärnten nach Frankreich

I m Jahr 218 vor Christus überquerte der karthagische Feldherr Hannibal mit tausenden Soldaten und 37 Elefanten die Alpen. 2230 Jahre später folgten Andreas Planegger und Stefan Dielacher (beide 27) Hannibals Spuren - ohne Elefanten und Soldaten, aber zu Fuß.

Kennengelernt haben sich der Launsdorfer Planegger und der aus Friesach stammende Dielacher während ihrer Schulzeit am Gymnasium St. Veit. Als sie sich während des Studiums in Wien trafen, bekamen sie Lust auf ihr eigenes, großes Abenteuer. Nach zahlreichen Wandertouren im hochalpinen Gelände beschlossen die beiden eine Überquerung der Alpen, teils am Weg der "Via Alpina". Große Unterstützung gab es für Planegger und Dielacher von ihren Familien. Die Kosten von über 3000 Euro überstieg nämlich das ursprünglich anberaumte Budget. Unterwegs begegneten ihnen häufig ungläubige Blicke, als sie Kärnten als Ausgangspunkt ihrer Tour nannten.

In 65 Tagen bezwangen die beiden auf ihrem 1200 Kilometer langen Fußmarsch 70.000 Höhenmeter, bis sie in der Stadt Menton an der Côte d'Azur ankamen. Schwierigkeiten bereiteten den Abenteurern vor allem das Gewicht ihres Rucksacks, unzählige Blasen an den Füßen und stechende Muskelkrämpfe. Auch mental standen sie vor bis dahin unbekannten Herausforderungen. "Mit Fortdauer der Tour reibt man sich gegenseitig auf, mit oder ohne Grund", sagt Planegger. Die beiden Ortler-Bezwinger lösten dieses Problem pragmatisch: "Anfangs stritten wir über den richtigen Weg. Später ging jeder jenen, den er für richtig hielt, und wir trafen uns später in einer Hütte."

Zwischenzeitliche Gedanken ans Aufgeben wurden bei Dielacher und Planegger trotz aller Belastungen nie wach. "Nur bei schwerem Niederschlag fehlte auf manchen Etappen der Wille, den ganzen Tag zu marschieren." Das Ziel war das Meer und nach mehr als zwei Monaten erreichten sie die Côte d'Azur. "Als wir in voller Bergkluft am Strand eintrafen, stifteten wir bei den Badegästen wohl etwas Verwirrung", sagt Planegger schmunzelnd.

MARTIN QUENDLER

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