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Christoph Habsburg-Lothringen: "Kaiser" der Pfadfinder
Der 68-jährige Christoph Habsburg-Lothringen holt 2500 Pfadfinder aus aller Welt zum größten Zeltlager Österreichs.

Foto © KLZ/Markus TraussnigChristoph Habsburg-Lothringen ist von Jugend an fest mit der Fortwirtschaft verbunden
Seit ein paar Tagen hat der Forstwirt Christoph Habsburg-Lothringen (68) aus St. Andrä ein Handy. Gezwungenermaßen. Denn seine engsten Mitarbeiter haben sich geweigert, mit ihm das internationale Pfadfindertreffen "Gelebte Nachbarschaft - Techuana 2012" vom 1. bis 12. August im Rosental vorzubereiten, wenn er nicht leichter erreichbar ist.
Bis dato hatte der Nachfahre von Kaiserin Maria Theresia und Spross der toskanischen Habsburger-Linie auf technische Hilfsmittel dieser Art verzichtet. Im EDV-Bereich kann er sich voll und ganz auf Sohn Dominik verlassen, der "am Computer eine Koryphäe ist" und die familieneigene Forstverwaltung im Jahr 2010 von seinem Vater übernommen hat. "Vater-Sohn-Konflikte gibt es bei uns nicht", sagt der Präsident der Kärntner Pfadfinder, "weil ich nur Aufgaben im Betrieb übernehme, die mein Sohn an mich delegiert." Mit dem Pfadfinderwesen in Kontakt gekommen ist der Vater von fünf erwachsenen Kindern im Jahr 1977, als er von Pater Enthofer in St. Andrä gebeten wurde, die örtliche Pfadfindergruppe zu übernehmen. Bald gesellten sich Funktionen auf Landesebene dazu. 2001 organisierte der heutige Präsident das erste internationale Lager unter dem Motto "senza confini" (auf Deutsch: ohne Grenzen): "Das offizielle ?senza-confini'-Projekt war gerade gescheitert. Da wollten wir zeigen, dass wir es besser können."
Bürokratische Hürden
Heuer, mehr als zehn Jahre später, gibt es das nächste Treffen mit 2500 Pfadfindern aus 15 Nationen wie Russland, Großbritannien, Belgien und Tschechien. Die weitest angereiste Gruppe wären die Pfadfinder aus Ghana gewesen, doch die haben das notwendige Visum nicht bekommen.
Seit Wochen ist der Forstwirt aus dem Lavanttal unterwegs, um das Großereignis zu organisieren. Es galt, hohe bürokratische Hürden aus dem Weg zu räumen. Habsburg-Lothringen staunt immer noch über Vorschriften, die von Amts wegen auferlegt wurden: "Unser Lager hätte dieselben Hygiene-Vorschriften einhalten müssen wie ein Hotel. Für die Kameraden, die am Lagerfeuer das Essen zubereiten, haben die Beamten Haarnetze vorgeschrieben." Dank der guten Kontakte zu den Behörden konnte der Pfadfinder-Chef allzu kleinliche Vorschriften aus dem Weg schaffen. Wenn er Zeit für Privates findet, reist der begeisterte Forstmann am liebsten nach Italien, dessen Bewohner ihn wegen der Mischung aus Fleiß und Lebensfreude beeindrucken.
Sohn führt Forstbetrieb
Stolz ist er auf seine fünf Kinder, die Söhne Dominik (38), Maximilian (37), Constantin (36) und Ferdinand (32) und Tochter Elmerice (28). Die hat dafür gesorgt, dass sich ihr Vater vor zwei Jahren entschließen konnte, "seinen" Forstbetrieb an Sohn Dominik zu übergeben. "Elmerice lebte ein paar Jahre in Australien. Da haben meine Frau Ebba und ich ihr einen fünfwöchigen Besuch abgestattet. Als ich nach St. Andrä zurückgekommen bin, war alles in bester Ordnung", erzählt der 68-Jährige. "Das Unternehmen hatte also auch ohne mich funktioniert. Da habe ich gewusst, dass ich die Firma an meinen Sohn übergeben kann."








