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Sein Gusto heißt Musik
Lukas Kranzelbinder (23) hat sich den größten Liebhaber aller Zeiten geschnappt und dazu eine Oper komponiert. Morgen ist Premiere.

Foto © KKTragi-erotico nennt Lukas Kranzelbinder seine Oper "Muchogusto"
Señorero Gaël Muchogusto ist viel zu schön, um wahr zu sein. Der größte Liebhaber aller Zeiten, auf den unendlich viele Frauen Gusto haben, ist eine Erfindung des Klagenfurter Jazzmusikers Lukas Kranzelbinder. In seiner ersten Oper "Muchogusto" macht sich der Kontrabassist über das Klischee vom leidenschaftlichen, temperamentvollen Spanier lustig. "Drei Jahre Wahlpflichtfach Spanisch" reichten laut Kranzelbinder für das Libretto, denn: "Muchogusto redet zwar spanisch, aber nicht gut. Er überzeugt durch seine Schönheit. Was er sagt ist ein Mischmasch." Wie die Musik, die Surf-Trash-Jazz mit Elektronik kombiniert.
Die Uraufführung seiner Opera tragi-erotico beim Carinthischen Sommer bedeutet dem Jungmusiker mit den "kulturellen" Cousinen Gabriele (Produzentin) und Sabine (Schauspielerin) "sehr viel. Das zeigt, dass ich mir einen Ruf und eine Qualität erarbeitet habe - soviel man halt mit 23 Jahren haben kann." Als Einzelkind aufgewachsen, übersiedelte Kranzelbinder gleich nach der Matura am Bachmanngymnasium (im letzten Schuljahr war er auch Vor-Student am Konse) nach Wien, wo er ein "richtiges" Studium für E-Bass begann. Ein Jahr später wechselte er an die Linzer Bruckneruniversität.
"Musik kann man ja nur bis zu einem gewissen Grad studieren," ist er überzeugt. Viel gelernt hat er bei der Organisation von Konzertreihen wie "Lukas im Dorf" oder "almrausch[en]", wo er sich um Veranstaltungsort, Musiker, Programm, Marketing und Geld kümmern musste. Letzteres sei "vor allem für junge Künstler am schwersten".
Beim Projekt "New Austrian Sound of Music" fallen zwar die Geldsorgen weg, dafür reißt es Kranzelbinder nur so in der Welt herum: Unterstützt vom Außenministerium absolvierte er heuer bereits eine Japan- und Israeltour. "Im August geht es nach Luxemburg, dann nach Marokko und in die USA", erzählt er. Das fordere ihn schon sehr. "Dabei habe ich als Kind gedacht, Reisen wäre super! Zu dem ganzen Wahnsinn kommt noch, dass meine Freundin in der Schweiz lebt." Eine(r) ist also "ständig im Nachtzug zwischen Zürich und Wien unterwegs". Neben der Musik geht sich für den "Zielstrebigen" (Eigendefinition) nichts aus. Nur, Manchester United Fan sei er. Und, sein "Muchogusto" sei musikalisch nicht verstörend, sondern lustig und eingängig. Spanisch daherkommen wird er trotzdem.
Muchogusto. Uraufführung: 19. Juli, 20 Uhr, Congress Center Villach








