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Zuletzt aktualisiert: 15.07.2012 um 20:30 UhrKommentare

Der Luftbrücken-Bauer

Hauptmann Florian Urf fliegt mit seinem Pilotenteam der Hubschrauberstaffel im steirischen Aigen von einem Wetterextrem ins andere.

n Urf sammelt jährlich 170 Flugstunden in der Alouette III

Foto © Bundesheern Urf sammelt jährlich 170 Flugstunden in der Alouette III

Von einem Wetterextrem ins nächste - das ist für die Piloten der Hubschrauberstaffel des Fliegerhorstes Aigen in der Steiermark normaler Alltag. Sie haben ständig mit klimatischen Ausreißern zu kämpfen. Waldbrände im Dezember, gleich darauf Lawineneinsätze, ein Katastrophenwinter am Balkan und jetzt wieder Waldbrände und andere Trockenheitseinsätze.

Fast immer mit von der Partie: Hauptmann Florian Urf. Der 33-jährige Klagenfurter ist einer der Einsatzpiloten auf der Alouette III, außerdem Ausbildungsleiter und stellvertretender Staffelkommandant. Auf gut 200 Flugstunden in 24 verschiedenen Einsatzgebieten brachten es seine 16 Pilotenkollegen und er im letzten Halbjahr. "Das Schwierigste war die rasche Abfolge von verschiedenen Hilfseinsätzen, die ja auch eine fliegerische Vorbereitung brauchen", erklärt Urf. So erfordern etwa Hochgebirgslandungen für Lawinensprengungen ganz anderes Flugverhalten als der Transport von Löschwasser. Immerhin 500.000 Liter wurden punktgenau über die hochalpinen Brandherde abgeworfen.

Zu echten Lebensrettern wurde das Pilotenteam rund um den Kärntner allerdings in Bosnien, das letzten Winter im Schneechaos versank. "Die Hubschrauber brachten Lebensmittel und Medikamente. Eine vierköpfige Familie, ein Herzinfarktpatient und ein unterernährter Patient wurden ausgeflogen und gerettet", zählt Urf auf. Alle drei bei der EUFOR stationierten Alouette standen in Dauerrotation, um Luftbrücken zu bauen. Um die Motivation der Staffel brauche man sich keine Sorgen zu machen, versichert der Klagenfurter, auch wenn über dem Standort Aigen ein großes Fragezeichen steht. "Der Wille ist da, zu helfen, wo man uns braucht." Und das auch bei Dunkelheit. Alle Piloten sind für den besonders anspruchsvollen Flug mit Nachtsichtgeräten ausgebildet.

WILFRIED ROMBOLD

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