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Zuletzt aktualisiert: 04.05.2012 um 20:30 UhrKommentare

Sie hilft den Babys ins Leben

Edith Zancolo (38), Vertreterin der Hebammen, fordert am heutigen Hebammentag bessere Bezahlung.

Bei ihrer ersten Geburt als Hebamme hatte Edith Zancolo Tränen der Rührung in den Augen

Foto © WeichselbraunBei ihrer ersten Geburt als Hebamme hatte Edith Zancolo Tränen der Rührung in den Augen

B ei ihrer Premiere hatte Edith Zancolo Glück: Die erste Geburt, die sie miterleben durfte, war eine "perfekte". Sie war damals in ihrer Ausbildung zur Hebamme und schaute bei einer "Diplomgeburt" zu - quasi die Matura für Geburtshelferinnen. "Es ging einfach alles glatt, es war ein harmonisches Pärchen, eine entspannte Stimmung. Am Schluss konnte ich vor lauter Wasser im Auge nichts mehr sehen", erzählt Zancolo.

Noch heute kriegt die Landesgeschäftsstellenleiterin des Österreichischen Hebammengremiums eine Gänsehaut, wenn sie von ihren Geburten erzählt. "Sobald man das Köpfchen sieht, ist die Anspannung vorbei und es kommt ein erhebendes Gefühl auf", erzählt die 38-Jährige. Sie arbeitet im Landeskrankenhaus Villach und kommt auf 50 Geburten im Jahr. Außerdem steht sie den 160 Hebammen in Kärnten vor und vertritt deren Interessen. "Die Ausbildung hat sich in den letzten Jahren verändert, in Kärnten gibt es einen Fachhochschul-Lehrgang. Hinsichtlich der Bezahlung konnten wir aber nicht aufholen, wir sind noch immer gleich eingestuft wie Krankenschwestern." Zancolo will sich daher einsetzen, dass die wichtige Arbeit von Hebammen nicht nur mit "einem Danke und einem Händedruck" honoriert wird, sondern auch mit dem entsprechenden Lohn.

Da lässt sich die ehemalige Studentin der Betriebswirtschaft nicht lumpen. Einige Semester hat sie an der Wirtschaftsuni in Wien verbracht, bevor sie auf ihren Traumberuf umgesattelt hat. "In meiner Jugend habe ich die vier Schwangerschaften meiner Schwester miterlebt, das hat mich schon geprägt. Irgendwann bekam ich eine Broschüre über Hebammen in die Hand, von da an war alles klar."

Seit elf Jahren kann Zancolo auch aus eigener Perspektive mitreden, wenn es um Geburten geht. Sohn Bastian verschaffte ihr Praxiserfahrung, die sie aber nicht "über andere Mütter drüberstülpen will, die Geburt ist etwas ganz Individuelles".

Wenn Zancolo nicht im Kreißsaal arbeitet, singt sie beim Kirchenchor St. Martinus in Ferlach oder spielt Geige. Dieses Hobby hat sie vor Kurzem nach 20 Jahren Abstinenz wieder aufgenommen.

JOSEF PUSCHITZ

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