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Zuletzt aktualisiert: 25.04.2012 um 19:06 UhrKommentare

Körbe verteilt er nur auf dem Parkett

Der 46-jährige Manfred Kartnig holte sich mit den Carinthian Broncos den österreichischen Meistertitel im Rollstuhl-Basketball.

Bilden das Meisterteam: Schaschl, Fiedler, Hafner, Kocnik, Holdernig, Kainz, Hölzl, Neumaier, Kartnig (hinter dem Basketball), Gruber und Mehmedovic

Foto © KK/PrivatBilden das Meisterteam: Schaschl, Fiedler, Hafner, Kocnik, Holdernig, Kainz, Hölzl, Neumaier, Kartnig (hinter dem Basketball), Gruber und Mehmedovic

Silber und Bronze hatten sie schon. Jetzt holten die Carinthian Broncos Gold bei den österreichischen Rollstuhl-Basketballmeisterschaften in Salzburg. Seit 1997 existiert der Klub, dessen Mitglieder aus fast ganz Kärnten kommen. Um ihren Sport ausüben zu können, müssen alle Akteure selbst in die Tasche greifen. "Wir bekommen von vielen Seiten ein bisschen, müssen aber auch überall ein bisschen betteln", verriet der Obmann des Rollstuhlvereins Kärnten, Manfred Kartnig. Zu einem Großteil der Bewerbe fährt jeder mit seinem eigenen Auto.

Um sich bestens auf das Finale der österreichischen Meisterschaften vorbereiten zu können, nahm die Truppe an der "NLM-Liga" mit Teams aus Bosnien, Kroatien, Italien und Slowenien teil. "Zuletzt spielten wir in Banja Luka", erzählt Kartnig, der von einem 20.000-Euro-Budget träumt: "Wenn wir diese Summe hätten, ginge es uns einfach nur sehr gut."

Hilfe durch Uhrenkauf

Wer will, kann der Truppe finanziell unter die Arme greifen. Der Verein legte eine "Jacques Lemans"-Basketballuhr (mehr Infos unter www.rsv-kaernten.com) auf. Denn die Rollstühle zum Spielen sind teure Spezialanfertigungen. "Für unseren Sport benötigen wir ganz spezielle Geräte. Jedes einzelne wird je nach Lähmungshöhe beim Spieler auf diesen angepasst", erklärt der Villacher. Neulingen wird ein klubeigener Rollstuhl für ein Jahr zur Verfügung gestellt und auf das individuelle Bedürfnis umgebaut.

So absurd es klingt, aber wer auf das Parkett darf, entscheidet auch der Lähmungsgrad der Spieler. "Ein Team besteht aus fünf Personen. Diese dürfen insgesamt 14,5 Punkte nicht überschreiten. Je höher die Lähmung eines Akteurs, desto weniger Punkte hat er. Ein gesunder Spieler, einer darf mitspielen, hat vier Punkte, der mit der höchsten Lähmung einen", berichtet der 46-Jährige.

Mit seinem Alter zählt der Pensionist zu den Oldies in der Mannschaft: "Das Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren."

JOSCHI KOPP

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