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Zuletzt aktualisiert: 19.04.2012 um 18:36 UhrKommentare

Bio-logische Drehscheibe

Birgit Knaus (42) ist neue Geschäftsführerin von Bio Austria Kärnten. Sie folgt Christian Perkounig nach und will Bio erfahrbarer machen.

In einen Apfel aus biologischem und heimischem Anbau beißt Birgit Knaus gerne herzhaft hinein

Foto © KLZ/TraussnigIn einen Apfel aus biologischem und heimischem Anbau beißt Birgit Knaus gerne herzhaft hinein

Sie ist die einzige Geschäftsführerin in der Landwirtschaftskammer, die Kammermitarbeiterinnen hat, aber keine Kammerangestellte ist. Birgit Knaus ist als neue Geschäftsführerin von Bio Austria Kärnten Schnittstelle zwischen Biobauern und Konsumenten. Ihren Sitz hat sie im Biozentrum der Landwirtschaftskammer.

Die Agrarökonomin (42) für die Nachhaltigkeit wichtig ist, will Bio durch Kampagnen erfahrbar machen. So werden erstmals auf Schaubauernhöfen Produktionszusammenhänge der Bio-Lebensmittelherstellung gezeigt. "Für mich ist Interessensvertretung genauso wichtig wie Beratung, Weiterbildung und Konsumenteninformation", sagt die gebürtige Oberösterreicherin, die vor 16 Jahren der Liebe wegen nach Kärnten kam. "Kaufen ist eine politische Handlung", will sie der Bevölkerung vermitteln. "Was ich kaufe, bestimmt, was produziert wird." Sie selbst baut im Garten eines zu einem Passivhaus umgebauten Bauernhofes am Fuße des Magdalensberges Gemüse an, hält Ziegen und Sulmtaler Hühner und hat nur Bio-Öle im Küchenschrank.

"Bio soll zu einer Lebenshaltung werden, bei der der Preis keine Rolle mehr spielt", ist die Vision der verheiraten Mutter zweier Töchter. Bei den Biobauern will sie noch mehr Interesse für das Zukunftsthema "Bodenschutz" wecken. Intern hält die frühere Assistentin der Geschäftsführung, die gerne im Hintergrund "Drehscheibe" ist, viel von Teamarbeit und wenig von Hierarchie. Sie sieht sich als Coach und will Voraussetzungen schaffen, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gut arbeiten können. Die Biobauern untereinander und den Landes- mit dem Bundesverband zu vernetzten, gehört auch zu den Aufgaben der Verfechterin der Saisonalität, die im Winter wegen des hohen Ressourceneinsatzes keine ausländischen Biotomaten kauft.

Mit ihrer neuen Aufgabe will sie ihr Motto umsetzen: "Offen bleiben, sich weiterentwickeln und Herausforderungen annehmen".

ELKE FERTSCHEY

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