Bezirks- und Gemeindesuche
Ernst Logar lenkt den Blick ins Verborgene
Der investigative bildende Künstler Ernst Logar (46) erhielt den Staatspreis "Die schönsten Bücher Österreichs" für ein Kunstbuch über Erdöl.

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Wie Erdöl riecht und aussieht? Nehmen Sie Ernst Logars Buch "Invisible Oil" (Unsichtbares Öl) zur Hand und Sie wissen es. Das Kunstbuch ist ein sinnliches Erlebnis, Logar wurde für den künstlerischen und dokumentarischen Umgang mit dem "schwarzen Gold" mit dem Staatspreis ausgezeichnet. In Kärnten erregte der Klagenfurter (46), der mit Frau und zwei Töchtern in Wien lebt, zuletzt mit dem Projekt "Das Ende der Erinnerung - Kärntner PartisanInnen" Aufsehen.
Auch in dieser Videoinstallation, für die Logar Zeitzeugen interviewte, manifestiert sich die Intention des bildenden Künstlers, der nach der HTL eine Fotografenausbildung begann und später "Medienübergreifende Kunst" an der Uni für angewandte Kunst in Wien studierte: Der durch Stipendien Vielgereiste und historisch Versierte, der gerne fremde Menschen und Kulturen kennenlernt, will zum Essenziellen vordringen und den Menschen den Blick dafür öffnen. Durch seine Kunst, seien es Rauminstallationen, Objekte, Fotos oder Texte, bringt der gesellschaftskritisch Hinterfragende, der auf zahlreiche Ausstellungen verweisen kann, verdeckte Inhalte an die Oberfläche und eröffnet dem Betrachter Zugang zu Themen, die verborgen oder totgeschwiegen werden.
Auslöser war eine schockierende Familiengeschichte: Logars Großvater Josef Logar aus Vellach wurde von den Nazis am 7. April 1945 hingerichtet. "Ich sehe mich verpflichtet, die im Dunklen liegenden Ereignisse wieder in Erinnerung zu rufen", sagt der multimediale Künstler über sein erstes Projekt "Den Blick hinrichten". Durch die Darstellungsform werden die Aussagen verdichtet. So stand der Besucher mitten im Schussfeld und konnte sich der Beklemmung nicht entziehen.
Orte, die kaum jemand je zu Gesicht bekommt wie den Raum im Vatikan, wo die Seligsprechungen beschlossen werden, hat Logar in "Non Public Spaces" zugänglich gemacht. Derzeit arbeitet der Künstler am Projekt "Borderline", wo es um Flüchtlingsströme von Afrika nach Europa geht. Im Herbst ist es in Marburg, Kulturhauptstadt 2012, zu sehen.








