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Freundlicher Wikinger
Blond, schlank, sportlich, fast zwei Meter: kein Wunder, dass manche Leute Klagenfurts neuen Ikea-Chef Jan Janko auf Skandinavisch anreden.

Foto © Eggenberger
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Jan Janko quittiert das ikeanische "Du" ohne mit der Wimper zu zucken. Wie auch nicht? Seit Anfang des Monats ist der 33-Jährige der "Oberschwede" in Klagenfurts Ikea-Filiale, ein Chef, der "fast alle 220 Angestellten mit Namen" kennt. Der das Haus seit 2008 "als erster Mitarbeiter in Kärnten" mit aufgebaut hat. Der so schwedisch ist, dass er sich in entspannten Momenten ein Nikotin spendendes Snus-Beutelchen hinter die Oberlippe schiebt und sagt, dass es "meiner Frau und mir gefallen würde, eines Tages in Schweden zu leben".
Noch ist es nicht so weit. Gerade hat Jan Janko einen neuen Höhepunkt seiner Bilderbuchkarriere erreicht. Für die hat der gebürtige Mödlinger vor zwölf Jahren sein Wirtschaftsstudium gegen eine Trainee-Ausbildung bei Ferialarbeitgeber Ikea eingetauscht. "Rohdiamant" hieß das Programm. Klagenfurt ist auch ein "Sprungbrett" für weitere Herausforderungen. Das ist so Sitte bei den Skandinaviern.
Nicht nur das! Mit voller Rückendeckung von Ikea spritzte Jan Janko die erste große Pressekonferenz nach seiner Ernennung. In der Nacht zuvor war etwas verfrüht Tochter Hanna zur Welt gekommen, was Janko wichtiger war als die Präsentation neuer Gartenmöbel - und seiner selbst. "Bei Ikea werden Entscheidungen nie nur nach reinen Geschäftsinteressen getroffen. Hier zählt die Balance zwischen Privatleben und Beruf."
Der sympathisch-offene Fast-Zwei-Meter-Mann ist ohne seine Herkunftsfamilie kaum denkbar: Mutter Eva gewann Speerwurf-Bronze bei Olympia 1968, Vater Herbert war Hochsprungmeister und ist "Germanist mit Hang zu kreativen Wortspielen". Von ihm dürfte der kuriose Name Jan Janko stammen, der Jan Janko gelegentlich in Argumentationsnotstand bringt. "In einigen Sprachen Osteuropas ist Janko die Verniedlichung von Jan." Als hieße man Hans Hänschen oder Peter Peterle. "Man glaubt mir erst, wenn ich meinen Pass zeige."
Und da ist noch Bruder Marc, Fußballer von internationalem Kaliber. Jan scherzt halb ernst, er habe Marc das Fußballspielen beigebracht: "Als vier Jahre älterer Bruder habe ich früher meistens gewonnen - und so seinen Ehrgeiz geweckt." Jan berät Legionär Marc telefonisch beim Einrichten seiner Häuser in Holland oder jetzt Portugal. Und beneidet als Hobbyfußballer den Profi manchmal um den Jubel von 60.000 Fans nach einem Tor.
Gut, zu Ikea Klagenfurt kommen 1.200.000 Fans im Jahr! Aber die jubeln höchstens zu Hause. Und leider nie gleichzeitig . . .








