Bezirks- und Gemeindesuche
Botschafter der Bergwelt
Hans Peter Schönlaub aus Kötschach-Mauthen widmete sein Leben der Erforschung der Karnischen Alpen. Heute feiert der Geologe den 70er.

Foto © KronhoferHans Peter Schönlaub, er ist Ehrenmitglied der Österreichischen Geologen, schuf den "Geopark Karnische Alpen
Wenn Hans Peter Schönlaub wandern geht, dann ist das alles andere als ein Spaziergang: Als Geologe und Kartograf hat er sich stets abseits der vorgegebenen Wege durch unbegehbares Gebiet herumgeschlagen. "Da musste man immer besonders vorsichtig sein, man war meistens allein unterwegs, hatte kein Handy, bei einem Unglück wäre man nie gefunden worden." Schönlaub hat sich bei seinen Missionen immer "übervorsichtig" vorgetastet - und kann daher heute auch unbeschadet seinen 70. Geburtstag feiern.
Und auf eine steile Karriere zurückblicken, nicht nur, was sein bergiges Arbeitsumfeld betrifft. Schönlaub studierte Geologie und Mineralogie in Graz und fing 1971 bei der Geologischen Bundesanstalt in Wien an, die er in den Jahren 1993 bis 2008 als Direktor leitete. Schon davor hat er in einem Gebiet geforscht, das zum Zentrum seines wissenschaftlichen Vermächtnisses werden sollte: die Karnischen Alpen. "Sie bilden 500 Millionen Jahre Erdgeschichte ab. Die imposanten Felswände, die Vielfalt der Landschaft, all das macht die Region so einzigartig", sagt Schönlaub. Deshalb hat er sich auch jetzt in der Pension zum Ziel gesetzt, die Karnische Region und die Karawanken auf die Liste des UNESCO-Weltnaturerbe zu bekommen. "Österreich ist auf dieser Liste noch überhaupt nicht vertreten, das ist mir unerklärlich und stört mich ziemlich."
Als oberster Geologe des Landes knüpfte er internationale Kontakte, bereiste die Welt und ist sich sicher, dass die Kärntner Bergwelt mit den Weltnaturerben locker mithalten kann. Bei seinen Reisen interessierte er sich auch für die kulturellen Facetten der Länder. "Ich mag das Schrebergarten-Denken nicht, wo sich jeder nur um sein Spezialgebiet kümmert."
Deshalb nahm sich das wirkliche Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auch Zeit für Sport: Laufen, Wasserschifahren. Jetzt lebt Schönlaub in Kötschach-Mauthen, wo er den direkten Blick auf die Karnischen Alpen hat. "Es gibt nichts Schöneres, als jeden Tag die Berge zu sehen, die man erforscht hat."









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