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40 Jahre und immer noch fidel
Huby Mayer (56) und seine Fidelen Mölltaler feiern ihr 40-jähriges Bestandsjubiläum. Die Pioniere der volkstümlichen Musik blicken auf bewegte Jahre zurück.

Foto © KLZ/WeichselbraunDie Fidelen Mölltaler
Vieles was diese Herren in den vergangenen vier Jahrzehnten erlebt haben, lässt sich aus ihrem Klassiker "Gold, Platin und Diamant" herauslesen. Zum Beispiel eine Affinität zu Edelmetallen: 22-mal Gold, 8-mal Platin, Diamant, Titan, Doppel-Kristall und einen Kristall-Globus.
51 Alben haben die Fidelen Mölltaler bis dato veröffentlicht, insgesamt verkauften sie 1,6 Millionen Tonträger. "Der größte Erfolg ist aber, dass es uns nach 40 Jahren noch immer gibt", sagt Huby Mayer (56), Mastermind des Quintetts. Er hat über 2000 Lieder im Genre Volksmusik, Schlager oder Kärntnerlieder komponiert und viele Soloprojekte realisiert. "Ich habe immer an meine Melodien geglaubt." 2010 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich belohnt.
Begonnen hat die Karriere 1971 auf dem Lobersberg bei Lainach - damals als "Jungfidele Mölltaler". 1975 der Schritt in die Profimusik, "wir haben ein Engagement in einem Konzertlokal in Zürich bekommen und dort monatelang gespielt", erzählt Sepp Ladinig (56), neben Mayer das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied. Gemeinsam haben sie oft über 300 Auftritte pro Jahr absolviert.
"Mölltaler aus dem Kärntner Land, reisen um die ganze Welt, weil Musik uns so gefällt". 1976 spielten sie drei Monate in Montreal, es folgten "die goldenen 80er-Jahre" mit Auftritten in Thailand, Australien, Brasilien, auf Kreuzfahrtschiffen und in ganz Europa. "In Japan würde ich auch gerne einmal spielen", sagt Ladinig, der "nie ans Aufhören gedacht" hat und 20 Jahre das "Hotel Fidele Mölltaler" auf dem Iselsberg führte. In der Freizeit kümmert sich Ladinig um seine Pferde oder entspannt sich beim Schwammerlsuchen. Da ist es möglich, dass ihm Ludwig Ladstätter (57) über den Weg läuft. "Ich bin gerne auf der Alm, am besten abschalten kann ich aber beim Fischen." "Lucky" gilt bei den Kollegen als Frauenversteher, "geheiratet habe ich nie, dadurch habe ich mir drei Scheidungen erspart", grinst der Sänger. Er will aber auch die Schicksalsschläge der Band nicht unerwähnt lassen, den tödlichen Verkehrsunfall ihres Akkordeon-Spielers im Jahr 1978 oder den Tod des früheren Bassisten vor einigen Jahren.
Vor einigen Jahren wurde Ladstätter von den Kollegen nach einem Auftritt im Burgenland vergessen. "Weil er bei der Hasenjagd die Zeit übersehen hat", lacht Peter Pichler (55), der selbst einmal "gestrandet" ist. "Die anderen dachten ich sei im Bus, dabei stand ich ohne Schuhe bei einer Raststätte in Tirol. Und Handy gab es auch noch keines." Der gelernte Maurer und "Hobbybauer", der immer für eine lustige Anekdote zu haben ist, ist seit 1979 dabei, "mein Vorgänger hat eine Landwirtschaft übernommen. Ich bin eingesprungen, hätte aber nicht gedacht, dass es 32 Jahre werden". Durch die Musik hat er "die Welt zum Nulltarif kennengelernt". Der Schmäh rennt auf und hinter der Bühne, was für "Nesthäkchen" Wolfgang Kaufmann (45) ein wichtiger Faktor für das lange Bestehen der Mölltaler ist. "Und wenn es Probleme gibt, reden wir im Bus nach den Auftritten darüber." Gemeinsame Ausflüge auf die Alm ergänzen das "Teambuilding".
Kaufmann wurde beim Bleiburger Wiesenmarkt 2003 ins kalte Wasser geworfen. "Ich hatte wenig Zeit zu üben - und musste gleich ein Solo spielen." Wenn er nicht musiziert, ist der Keyboarder beim Wandern, Radfahren oder Schifahren anzutreffen.
Warum hat über die Jahre fast nur Huby Mayer komponiert? "Ich hatte Ideen, aber nicht das Talent. Huby ist eine Klasse für sich", sagt Ladstätter. Ladinig hat sich den "Herzenswunsch" mit dem gleichnamigen Titel auf der dritten CD erfüllt, es dann aber bleiben gelassen. "Nur Mitte der 90er-Jahre habe ich mit Technotiteln experimentiert." Das ist Geschichte, jetzt setzen sie wieder voll auf Volksmusik und volkstümliche Schlager, auch privat ihre Lieblingsmusikrichtungen.
"Ich hoffe, dass wir weiter zusammenhalten", sagt Huby Mayer. Die Fans werden es ihnen danken.
Features
STECKBRIEFE
Hubert "Huby" Mayer (seit 1971). Komponist und Sänger, beherrscht 14 Instrumente. Ist verheiratet und hat zwei Söhne (16, 18), die auch musizieren. Hobbys: Jagd und seine Almhütte.
Josef "Sepp" Ladinig (seit 1971). Gitarrist, Schlagzeuger, Manager: "Hab geschaut, dass wir immer Arbeit haben." Ist verheiratet und hat zwei Kinder (25, 32). Hobbys: seine Pferde.
Ludwig "Lucky" Ladstätter (seit 1973). Der gelernte Verkäufer spielt Saxofon, Klarinette und ist Sänger. Hobbys: Fischen, Radfahren. Er ist ledig und pflegt seine kranke Mutter.
Peter Pichler (seit 1979). Spielt Trompete, Bassgitarre und Saxofon. Der gelernte Maurer betreibt eine Landwirtschaft, ist verheiratet und hat drei Kinder (12, 17, 31). Hobbys: Alm.
Wolfgang Kaufmann (seit 2003). Keyboarder und Akkordeonspieler - trat die Nachfolge von Ewald Valeskini an. Der gelernte Tischler ist verheiratet und hat drei Kinder (20, 21, 27).








