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Zuletzt aktualisiert: 18.06.2011 um 20:36 UhrKommentare

Wunder in der Weltelite

Ingolf Wunder (26) ist im Olymp junger Pianisten angekommen. Seine neue CD "Chopin Recital" stellt er nächste Woche bei einem Konzert in St. Kanzian vor.

Weltklasse-Pianist Ingolf Wunder

Foto © UniversalmusicWeltklasse-Pianist Ingolf Wunder

Mit 26 Jahren ist er mitten in der Weltelite angekommen. Und das spätestens seit seinem Riesenerfolg beim Chopin-Wettbewerb in Warschau 2010. Am kommenden Freitag, 24. Juni, gibt der Klagenfurter Pianist Ingolf Wunder eines seiner seltenen Gastspiele in seiner näheren Heimat: Er tritt in St. Kanzian am Klopeiner See auf.

Zurück zum Bewerb: In den 1920er Jahren hatte zuletzt ein Österreicher in Warschau reüssiert, Wunder landete 2010 auf Platz zwei: "Nachher wurde heftig gestritten, warum ich nicht Erster geworden war." Eine bessere Publicity konnte er sich nicht wünschen. "Die Deutsche Grammophon gab mir einen Exklusivvertrag." Jetzt wurde die "Chopin Recital"-CD veröffentlicht.

Die Eltern waren Haupt- und Volksschullehrer. Der Vater unterrichtete auch Musik, und er brachte seinen beiden Söhnen (Gerrit, der Ältere, hat sich in Los Angeles inzwischen erste Lorbeeren als Filmkomponist verdient) die nötigen musikalischen Grundbegriffe - wie Noten lesen - bei: "Wir hatten aber eine ganz normale Kindheit, es war kein Druck da. Wir waren talentierte Buben, uns fiel alles sehr leicht."

Ingolf griff zunächst zur Geige: "Mein Lehrer sagte, ich könne auf Erfolg haben. Doch ich merkte: Mein Herz war nie ganz dabei. Geigern zuhören - ja, aber ich konnte mir nie vorstellen, drei bis vier Stunden täglich mit diesem Instrument zu üben."

Mit 14 wechselte Wunder zum Klavier ("Hatte ich vorher auch schon gespielt"), nahm an einem Wettbewerb in Klagenfurt teil und erregte die Aufmerksamkeit des Linzer Professors Horst Matthaeus: "Wie der Zufall so spielt, hörte er mich, als er an jenem Saal vorbeikam, in dem ich übte. Am nächsten Tag kam ein Anruf, er wolle sich mit mir treffen. Er überzeugte mich, bei ihm am Bruckner-Konservatorium in Linz zu studieren", erzählt der 26-Jährige und fügt hinzu: "Seine Klavierklasse hatte er zu einer der besten in Österreich gemacht. Wir trafen uns auch außerhalb des Unterrichts, durch ihn lernte ich alle großen Klavierwerke kennen, nahm nach knapp einem Jahr erfolgreich an einem Jugendwettbewerb teil und entschied mich für die Pianistenlaufbahn."

Zu alt für "Wunder-Kind"

Klar: Mit seinem Familiennamen war er in der Folge wiederkehrenden Wortspielen ausgesetzt. "Aber wenigstens", lächelt er, "bin ich inzwischen alt genug, dass sie nicht mehr vom ?Wunder-Kind' schreiben."

Seine Eltern waren von seinem Berufswunsch zunächst nicht begeistert. "Sie haben mich x-mal gefragt, ob ich mir denn absolut sicher bin. Und das war ich mir, Gott sei Dank ist alles aufgegangen. Für den Chopin-Wettbewerb habe ich mich übrigens vom berühmten polnischen Pianisten Adam Harasiewicz vorbereiten lassen. Chopin ist für mich fraglos der favorisierte Komponist und wird es auch bleiben."

Was sich ändern wird, ist der Wohnort. Derzeit ist Wunder am Überlegen. Paris wäre eine Wahl: "Außer, die Leute dort behaupten zu oft, dass Chopin Franzose war. Das war er nämlich nie. Er ist im Herzen sein Leben lang zu hundert Prozent Pole geblieben."

Die Zukunft: "Ich war in der glücklichen Lage, meine Karriere auf hohem Level starten zu können, doch es gibt immer noch Möglichkeiten, sich zu steigern." Verständlich, dass seine Freizeit knapp ist. "Wenn ich mal eine habe, ist Musik tabu."

Schließlich ist da auch noch seine Verlobte, die schöne Paulina - natürlich aus Warschau . . .

Benefizkonzert am Freitag, 24.6., um 19 Uhr im Strandbad Bellevue, St. Kanzian. Ingolf Wunder spielt für den Rotary Club Völkermarkt am Klavier Werke von Frédéric Chopin.

LUIGI HEINRICH

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