Bezirks- und Gemeindesuche
Die Natur ist seine Tankstelle
Diözesanbischof Schwarz ist seit zehn Jahren im Amt. "Ein traumhaft schönes Land", sagt er über Kärnten, verrät "Tankstellen" und Herausforderungen.

Foto © Pressestelle/NeumüllerDas Berggehen zählt zu den Hobbys von Bischof Schwarz. Das bischöfliche Forsthaus auf der Flattnitz ist sein Rückzugsplatz
Das Programm, das Alois Schwarz (58) vor zehn Jahren bei seiner Amtseinführung (23. Juni) als Bischof von Gurk-Klagenfurt nannte, setzt er mit Beständigkeit um: "Ich bin bei Euch", das hat Gültigkeit. "Ich bin gerne bei den Leuten, höre ihre Lebensgeschichten an, feiere mit ihnen." Das Bischofsjubiläum selbst wird in drei Schritten gefeiert: Diese Woche ist der Auftakt. Am 10. Juni lädt die Militärpfarre um 10 Uhr zum Festgottesdienst in die Kapelle in der Kaserne in Lendorf.
Obwohl Bischof, versteht Schwarz die Seelsorge als seine Hauptbeschäftigung. Wirtschaftliche, institutionelle oder verwaltungstechnische Fragen können gut organisiert und delegiert werden, "da wird in der Diözese möglichst viel von möglichst vielen Menschen gemacht".
Als der gebürtige Niederösterreicher vor zehn Jahren Bischof wurde, kannte er Kärnten von Urlauben. Die Offenheit der Menschen, die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft, all das sei hier ausgeprägter. "Ich bin glücklich hier, fühle mich echt zu Hause", sagt er auf die Frage, was ihm im Vergleich mit Niederösterreich fehle. Und er gesteht eine Kärntner Einfärbung seiner Sprache ein: "Manche Wörter spreche ich jetzt gezogener aus."
Traumhaft schönes Land
Wenn Schwarz in diesen Wochen quer durchs Land zu Firmungen unterwegs ist, "vorbei an türkisblauen Seen, dahinter schneebedeckte Berge, dann denk ich mir: schön, dass ich hier arbeiten darf, es ist ein traumhaft schönes Land". Eine Tankstelle sei für ihn neben dem Besuch der Kirchen im Lande die Vielfalt der Kulturen. In ein Trigonale-Konzert oder einen musikalisch hochwertigen Gottesdienst könne er sich "hineinfallen lassen".
Trotz zeitlichen Korsetts der Führungsaufgabe hofft der Bischof auf "mehr Zeit zum Wandern, Draußensitzen in der Natur". Das bischöfliche Forsthaus auf der Flattnitz sei sein Rückzugsplatz, "hier hacke ich Holz, gieße die Blumen, mache die Hausarbeit. Ich stehe mit der Sonne auf, gehe mit ihr schlafen".
Dabei gab es in den zehn Jahren auch dunkle Wolken: der Knalleffekt, als Schwarz Gerhard Kalidz als Generalvikar ablöste, der Weggang langjähriger Mitarbeiter von Schwarz' Bischofsvorgänger Egon Kapellari und der öffentlich gewordene Unmut über den Kommunikationsstil des Bischofs. Heute freut er sich über das gewachsene Vertrauen in seinen Führungsstil. Zur Kritik an seinem Kommunikationsstil meint Schwarz: "Das war ein gemeinsamer Lernprozess. Ich habe gelernt, im Prozess langsamer vorzugehen und meine Pläne vorweg offener auszusprechen."
Vier Geschwister
Aufgewachsen mit vier Geschwistern in einer Bauernfamilie in Niederösterreich war Schwarz von Kind an gewohnt, mit anzupacken. Die Verwurzelung mit Grund und Boden, das Interesse an Forst, Jagd und Landwirtschaft ist geblieben.
Was er in den zehn Jahren als herausragend sieht? Die Diözesanpartnerschaft mit Sarajewo, der ökumenische Christentag, die Einführung des Religionsunterrichts an Berufsschulen sowie die Kärnten-Erklärung für den arbeitsfreien Sonntag. Dankbar ist er für das Miteinander in der Ökumene. "Korrekt" sei sein Verhältnis zur Politik.
Die Herausforderung für die Zukunft sei neben der Besetzung von Pfarren das versöhnte Miteinander in Unterkärnten. "Dass die Ortstafeln in Frieden aufgestellt werden und stehen bleiben." Der Bischof sieht eine Mitverantwortung der Kirche für die Bewältigung der Geschichte.
Features
Zu Person
Alois Schwarz wurde am 14. Juni 1952 geboren. 1976 Priesterweihe. Pastoralamtsleiter in Wien, Vorsitzender der österr. Pastoralkommission.
1997 Weihbischof für Wien, seit 2001 Bischof in Kärnten








