Bezirks- und Gemeindesuche
Der nachhaltige Manager
Erich Dörflinger, Chef des Treibacher Elektronik-Entwicklers Flextronics, fuhr für seine Firma schon zum zweiten Mal einen "Trigos" ein.

Foto © EggenbergerSt. Veiter Dörflinger mit der elektronischen Spritze im Handyformat: "Meine Bürotür ist immer offen"
Gerade hat er mit seiner Frau die Silber-Hochzeit gefeiert. Er mag Österreichischen Wein, gartelt gern rund um sein Haus in St. Veit. Erich Dörflinger ist bodenständig geblieben, obwohl ihn seine Arbeit schon in die ganze Welt geführt hat und er einen der größten Industriebetriebe Kärntens führt. Flextronics in Treibach ist mit knapp 900 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Bezirk.
Weitgehend unbeachtet vom Normalverbraucher legt Flextronics, das aus einem Philips-Werk hervorging, eine erstaunliche Erfolgsgeschichte hin. Die Fabrik baut bzw. entwickelt Teile für das Internet-Telefon Blackberry, die Bedienerfront für Whirlpoolwaschmaschinen, Photovoltaikmodule, elektronische Autoteile für Ford und, und, und. Gerade wurde für den Pharmariesen Merck das Easypod entwickelt, eine elektronische Spritze im Handyformat, die nicht wehtut, und mit der sich Kinder selbst spritzen können.
Der Jahresumsatz stieg von 2009 auf 2010 um 100 auf 260 Millionen Euro. Und der 53-jährige Dörflinger tut mit seinem Team viel dafür, dass es dem Standort auch weiterhin gut geht.
2010 wurden 800 Tonnen CO2 reduziert, Warmwasser erzeugt Flextronics aus Abwärme. Das Werk beschäftigt einen eigenen Abfallmanager und ist müll-neutral. "Aber die wichtigste Nachhaltigkeit ist die Ausbildung", sagt Dörflinger und er weiß, wovon er spricht. Er, der selbst als ehemaliger Lehrling mit Abendstudium Karriere gemacht hat, wurde gestern Abend mit dem von der BKS Bank gestifteten Trigos-Preis für nachhaltiges Wirtschaften ausgezeichnet - schon zum zweiten Mal. Denn die überbetriebliche Lehrwerkstätte hat bisher 640 Gesellen ausgebildet und ist bestrebt, spätere Manager zu formen (darum werden sie auch auf Sprachferien geschickt). Das interessiert auch Mädchen: Derzeit beträgt die Frauenquote in der Werkstätte 25 Prozent.








