Bezirks- und Gemeindesuche
Ein Kohl, dem Qualität gut schmeckt
Seit 30 Jahren ist das Tourismusbüro Kohl & Partner eine fixe Größe in der Branche. Firmenchef Manfred Kohl mahnt seither unerschütterlich Qualität ein.

Foto © TraussnigEin Mann, der viele überzeugen kann: Manfred Kohl
Es war eine der gemeinen Aktionen der "Vierer-Bande", jenes berüchtigten Villacher Männerklubs: Zum 40. Geburtstag von Manfred Kohl (63) kippten die Bandenmitglieder in den frühen Morgenstunden eine Fuhr Mist in die Hauseinfahrt der kohl'schen Villa in Villach St. Ruprecht. Dem Hausherrn blieb nichts anderes übrig, als das "Geschenk" eigenhändig wegzuschaufeln. "Auf dass der Kohl gedeihe", prangte auf dem aus dem Misthaufen ragenden Schild. Ein Wunsch, der mit Sicherheit in Erfüllung gegangen ist.
Am Ende seines Studiums für Handelswissenschaften in Wien hatte der gebürtige Villacher das Glück, die Eckpfeiler seiner Lebens- und Karriereplanung bei einem richtungsweisenden Seminar einschlagen zu können. "Ich erfuhr, dass ich weder in einem Konzern, noch in einer Großstadt alt werden und so ein Spezialist sein möchte, dass die Kunden zu mir kommen müssen und nicht ich zu ihnen", erinnert sich Kohl. Heuer feiert er das 30-Jahr-Jubiläum mit seiner Firma Kohl & Partner in Villach. Die Karriereplanung ist aufgegangen: Kohl ist heute der gefragteste Tourismusexperte in Kärnten, der schon so manchem Betrieb mit Rat und Tat aus der Malaise geholfen hat und dessen Know-how mittlerweile in sieben Ländern gefragt ist. In ganz Europa verstreut hat er zehn Büros mit 45 Mitarbeitern gegründet. Und weil auch Teamarbeit zu den Eckpfeilern gehört, hat er die Mitarbeiter an seiner Villacher Firma beteiligt. Dennoch ist er überzeugt: "Es soll nur einen Chef geben, der die Firma führt."
Forelle blau kalkuliert
Seinen ersten Auftrag, die Kalkulation einer "Forelle blau", vergisst er nicht. Damals hat er jedes Geschäft mit einer Stecknadel in einer Kärnten Karte markiert. Heute könnte sie die Nadeln nicht mehr aufnehmen. Er hob die Kooperationsgruppe der "Gesunden Neun" aus der Taufe und bastelte am Sommerentwicklungskonzept 2000. Schon damals waren ihm drei Dinge wichtig: jedem See sein Warmwasserbad, Kärntens Vorreiterrolle beim Radtourismus und die Produktentwicklung auf Regionsebene - Forderungen, die jetzt wieder aufgenommen werden. Sein Konzept ist indes in der Schublade einer der vielen Tourismusreferenten verschwunden. "Die politische Kraft für die Umsetzung hat gefehlt", erinnert sich Kohl ohne Grimm. "Tourismuspolitik ist Wirtschaftspolitik und nicht Parteipolitik."
Den Kärntner Tourismus hat er im "kleinen Finger" und leidet dementsprechend, wenn die Erfolgskurve nach unten zeigt. "Wir haben eine tolle Landschaft und Mentalität und die Einzigartigkeit des Alpen-Adria-Raumes. Was uns fehlt, ist die Qualität der breiten Mitte." Wie in Südtirol.
Wenn ihm auch das Wegbrechen der Deutschen in Kärnten zu denken gibt, ist der Vater zweier erwachsener Töchter dennoch optimistisch. "Im Moment sehe ich einen kraftvollen Motor brummen."
Nach der Scheidung von seiner Frau, Infineon-Vorstand Monika Kircher-Kohl, hat er sich am Ufer des Faaker Sees niedergelassen. Dort, umgeben von Touristikern, und an seiner Staffelei, holt er sich die Inspirationen für die Ideen und deren Umsetzung. Zuletzt war es ein Buch über "Die Kunst, den richtigen Preis zu finden."








