Bezirks- und Gemeindesuche
Freund und Helfer in Not
Polizei-Chefinspektor Arnold Haberl aus Feldkirchen erhielt gestern den Anerkennungspreis für besonderes Engagement gegen familiäre Gewalt.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun
Nicht vielen Menschen gelingt es, problematische Kindheitserfahrungen in verantwortungsvolles Handeln zu übertragen. "Ich habe als Kind im näheren Umfeld Berührungspunkte mit Gewalt erlebt, was mich schon damals aufgewühlt hat", sagt Chefinspektor Arnold Haberl. Seine Konsequenz: Als Polizist setzt er sich seit zehn Jahren gegen Gewalt in der Familie ein. Die vielen dazu nötigen "Seminare, Schulungen, Fachtagungen und Vernetzungstreffen" nimmt er gerne in Kauf.
Der 42-Jährige macht das so gut, dass ihm der Anerkennungspreis des Gewaltschutzzentrums, das sich um Opfer kümmert, verliehen wurde. Leiterin Roswitha Bucher: "Uns fiel auf, dass Chefinspektor Haberl immer wieder auch von sich aus Kontakt mit uns und manchen Opfern aufgenommen hat, um zu fragen, ob die Polizei noch etwas tun könne. Oder dass er für Polizeischutz sorgte, als eine Frau ihre Sachen aus der Täterwohnung holte."
"Als Polizei müssen wir absolut neutral in die Fälle gehen", sagt Haberl, der vor Kurzem zum Dienststellenleiter in Feldkirchen ernannt wurde und den Gewaltschutzpreis als "riesengroße Überraschung und besondere Ehre" betrachtet. Dazu gehört, dass er die meist weiblichen Opfer, aber auch die Gefährder über rechtliche Möglichkeiten und Hilfseinrichtungen informiert.
Abhängigkeit
Haberl und seine Kollegen kennen viele Fälle, "die man nicht einfach abschütteln kann"; wo Frauen aus wirtschaftlicher oder emotionaler Abhängigkeit zum Gefährder zurückkehren und das Trauerspiel von vorne beginnt. "Solche Aufgaben kann man nicht halbherzig und mit Dienst nach Vorschrift machen", sagt Haberl, der mit seiner Lebensgefährtin zwei kleine Buben hat.
Erholung sucht der Hochalpinist vor allem auf dem Mountainbike und in den Bergen.
Da soll's ja keine Sünd' geben.










