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Die Halle seines Lebens
Dietrich Wiedergut (71), Freskenmaler aus Töplitsch, setzt sich mit der neuen Aufbahrungshalle in Drobollach sein eigenes Monument.
Dietrich Wiedergut (71) gestaltet den Innenraum des neuen spiraligen Baus der Aufbahrungshalle in Drobollach am Faaker See. Auf 300 Quadratmetern verewigt der Restaurator aus Töplitsch die Grenzfragen menschlichen Daseins in der Freskotechnik. "Das ist mein schönster Auftrag und wird mein Lebenswerk sein", sagt Wiedergut. Vor der Tür lauert der Tod mit einer Sanduhr in der Hand. Für Wiedergut hat der Tod den Stachel verloren. "Als gläubiger Christ weiß ich, dass mit dem Tod nicht alles aus ist."
35 Jahre machte sich Wiedergut als Freskenmaler in Kärntner Kirchen einen Namen. Nach alter gotischer Technik hat er den Totentanz in Metnitz neu gestaltet, gab der Friedenskapelle in Drobollach und der Hubertuskapelle in Wernberg einen frischen Anstrich, marmorierte die Barockorgel der Universitätskirche in Wien. "Es gibt nur wenige Christophoruse in Kärnten, die ich nicht restauriert habe." Der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter sorgt dafür, dass Bildstöcke im neuen Glanz erstrahlen. Auch das österreichische Hospiz in Jerusalem bekam seinen Pinselstrich ab. Höhepunkt: das letzte menschliche Asyl in Drobollach. In seinem Lebenswerk wird einmal nicht nachgemalt, sondern er kann kreativ gestalten.
Seine Augen glänzen, wenn er von seiner Leidenschaft zur Musik spricht. Er leitet gleich zwei Chöre: den Gemischten Chor Kellerberg (30 Jahre) und das Görzer Quintett (35 Jahre). Mit dem Fünfgesang war er in den Anfangsjahren ein Fixstern am Feistritzer Faschingshimmel. Für die Arbeitertheatergruppe und Theatergruppe Spektakel in Weißenstein gestaltet er das Bühnenbild. Trotzdem findet er noch Zeit für das Schifahren und das Radfahren. PETER FANTUR








