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Er hat Bock auf Käfer
Siegfried Steiner sucht nach 50 Jahren im Naturwissenschaftlichen Verein einen Nachfolger. Zum Abschied 60 000 Bockkäfer fürs Landesmuseum.

Foto © Kleine Zeitung/Markus TraussnigNach Siegfried Steiner wurden zwei Käfer benannt
Bockkäfer sind seine große Leidenschaft. Siegfried Steiner, seit 1984 Fachvorstand der Fachgruppe Entomologie des Naturwissenschaftlichen Vereines für Kärnten, hat in knapp 50 Jahren 60 000 Bockkäfer in Mittel- und Südeuropa gesammelt, in mehr als 500 Holzkästen sortiert und ihre Arten bestimmt.
"Nun wandern die Tiere in das Landesmuseum", kündigt der pensionierte Abteilungsvorstand einer Sparkasse an, der seit seinem 20. Lebensjahr für den im Jahre 1848 gegründeten Verein tätig ist. "Mein Hobby ist in wissenschaftliche Arbeit ausgeartet", so Steiner, der seine Forschungsergebnisse auch regelmäßig in der Zeitschrift "Carinthia II" veröffentlicht. Dass nun zwei Käfer in der ganzen weiten Welt nach ihm benannt worden sind - steineri 1 und steineri 2 - freut den belesenen Forscher, der viel Zeit und Geld in sein Hobby investiert, das er übrigens mit seiner Frau Renate teilt. Forschungsreisen, Jahrestagungen, ein allmonatlicher Stammtisch mit "Insektologen", die Herstellung von Fotodokumentationen sowie Projekte mit Kindern halten Siegfried Steiner auf Trab. Vor einigen Jahren wurde er sogar zum Ehrenmitglied des slowenischen entomologischen Vereines ernannt.
Kinder begeistern
Außerdem ist der Insektenforscher ständig auf der Suche nach Nachwuchs, nach Menschen, die seine Leidenschaft teilen und weitertragen können. "Ich möchte in Schulen gehen und Kinder für Forschung begeistern", meint Steiner, der selbst durch einen Zufall zum Sammler wurde. "Es fing damit an, dass mich ein Geschäft für Lehrmittelsammlungen beauftragte, Schmetterlingskästen aufzubauen." Für sein "Lebenswerk", die Bockkäfersammlung, wünscht sich der zweifache Familienvater, einen würdigen Platz im Kärntner Landesmuseum. Zum Glück hat er auch nicht vor, alles sofort hinzuschmeißen. "Meine Fachgruppe will ich so lange leiten, bis ein Nachfolger da ist."








