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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2010 um 20:17 UhrKommentare

Saubermacher von Welt

Karl Lientscher (62) ist einer der letzten Besenbinder. Seit 25 Jahren stellt er seine Produkte her und exportiert diese jetzt sogar bis nach Asien.

Gartenbesen, Handfeger, Reibebürsten, Drahtwalzen oder Schafbürsten aus Rosshaar, Reiswurzel, Kokos, Sisal oder Messingdraht: Karl Lientscher (62) produziert seit einem Vierteljahrhundert in seiner kleinen Fabrik in St. Stefan im Lavanttal Bürsten und Besen für jede Lebenslage.

Gelernt hat Lientscher das Handwerk in den 70er-Jahren in Deutschland. "Ich wollte einfach nur auf und davon, und landete in einer Bürstenfabrik in Reutlingen", sagt der zweifache Vater. In der Kleinstadt lernte er in einer Bar auch seine heutige Frau Christine kennen. "Ich bemerkte recht rasch, dass sie auch eine Lavanttalerin ist", erzählt der gebürtige Liesertaler.

Im Jahr 1985 entschloss sich die vierköpfige Familie, wieder nach Kärnten zurückzukehren. Kein leichter Schritt, schließlich verlor der Mechanikermeister einen Job, der Sicherheit und eine gute Bezahlung bot. "Ich musste bei null anfangen und so entschloss ich mich, meine eigene Firma zu gründen", sagt der heute 62-Jährige. Hergestellt werden in seiner Firma Bürsten aller Art, von rotierenden Minibürsten für Zahntechniker, über Antistatikbürsten für Drucker bis hin zu Haushaltsbesen. "Strickmaschinen funktionieren zum Beispiel nicht ohne Bürsten, hier herrscht vor allem in asiatischen Kleiderfabriken große Nachfrage", sagt der Firmenchef, der unter anderem nach Singapur liefert. Das Geschäft läuft gut, sodass Lientscher und seine acht Mitarbeiter mit der Produktion manchmal kaum nachkommen.

Sorgen bereitet dem begeisterten Bergfex, der mit 60 Jahren zum ersten Mal auf dem Gipfel des Großglockners stand, lediglich die Zukunft seines Betriebes, denn Nachfolger gibt es noch keinen. Bis auf seinen Hund Aki, der sein Herrchen seit 16 Jahren jeden Tag um 6 Uhr in der Früh in die Firma begleitet und schwanzwedelnd seine Runden durch die Hallen zieht.

Vorgestellt wird der Mischling Aki von seinem Herrchen daher längst nur noch als "Betriebsleiter". . .

KARIN FRITZL

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