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Ein "Don" mit Burg und Windmühlen
Graf Kari Khevenhüller (51) zog vor einem Jahr von Madrid nach Kärnten, um die Burg Hochosterwitz zu übernehmen. Seitdem herrscht Leben in den alten Gemäuern.

Foto © PhinoDie Burg Hochosterwitz wird seit einem Jahr von Graf Karl Khevenhüller gemanagt
Graf Kari Khevenhüller (51) steht vor einem Werk in seiner Galerie. Es zeigt Don Quichote im Kampf gegen Windmühlen. Ein Bild, das dem Grafen gefällt, verdient er unter anderem mit stromerzeugenden Windmühlen sein Geld, aber: Wie spricht man eigentlich einen Mann an, den die Bevölkerung zwanglos "den Grafen" nennt? "Sagen'S zu mir Graf, Ingenieur oder Herr Khevenhüller, mir ist es egal", sagt Khevenhüller.
Vor einem Jahr aus Spanien nach Kärnten übersiedelt hat er schon viel bewegt. Zuerst einmal seine Familie. "Meine Frau, Gräfin Lelia, und die Kinder, Max, Franz-Christoph, Sigmund und Victoria, mussten mitziehen. Das war eine gewaltige Umstellung für alle." Die vier Kinder besuchen öffentliche Schulen, Berührungsängste kennt die Familie nicht. "Ich wurde von meinen Eltern zum Arbeiten erzogen. So halte ich es auch mit meinen Kindern. Ob Adel oder nicht Adel, jeder muss von dem Leben was er tut", sagt Khevenhüller, der in Kärnten die Burg Hochosterwitz managt und in Spanien bei Malaga und Puerto Real Windparks betreibt. "Wir produzieren in Spanien jährlich 250 Millionen Kilowattstunden Strom aus Windenergie. In Österreich könnten wir damit 60.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen", rechnet er vor.
Der gebürtige Spanier hat seine beruflichen Wurzeln in der Landwirtschaft, er ist ausgebildeter Land- und Forstwirt. "Nach meiner Schulzeit arbeitete ich für einen Saatgutkonzern. Als mir bewusst wurde, dass immer mehr genetische Veränderungen notwendig werden, um Saatgut den Klimaveränderungen anzupassen, entstand mein Interesse an Ökologie." Die Folge ist sein Engagement in der erneuerbaren Energie. Der begeisterte Jäger und Segler hat aber auch andere Interessen. Ein 1905 gebauter Mercedes Simplex ist seit 105 Jahren im Besitz der Familie. Der Graf hat den Oldtimer eigenhändig wieder flott bekommen.
Die Burg als Unternehmen
Das will Khevenhüller auch mit seinem Tourismusunternehmen, der Burg Hochosterwitz, schaffen. Allein heuer hat er 500.000 Euro investiert. Mit dem Schmied Johann Schmidberger wurde die alte Burgschmiede wiederbelebt. Bei der jüngsten Vollmondwanderung auf die Burg waren es 500 Menschen, die Wind und Wetter trotzten, um die Burg bei Nacht zu erleben. Mit einer spektakulären Ausstellung in der Burg-Galerie, gezeigt werden Werke junger zeitgenössischer spanischer Maler, hat Khevenhüller heuer 50.000 Gäste angelockt. "Wir haben wegen des großen Erfolges die Ausstellung bis 15. Oktober verlängert." Bis 2025 will der Graf wieder 200.000 Besucher jährlich auf die Burg bekommen. Heuer hofft er, Besucherzahlen jenseits der Hunderttausend zu erreichen.
Dem Burgherren ist es auch zu verdanken, dass die Region Mittelkärnten bald umbenannt werden soll. "Ich glaube, wir schaffen es heuer noch, die Burgenregion Hochosterwitz aus der Taufe zu heben", hofft der 51-Jährige. Die Burg Hochosterwitz soll das somit neue Werbeflaggschiff der Region werden.
Ein Familienmensch
Neben all seiner Tätigkeiten versucht der Graf seine Familie nicht aus den Augen zu verlieren. Er, der selbst mit elf Jahren ausziehen musste, um in Internaten zu lernen, mutet das seinen Kindern nicht zu. "Da bin ich vermutlich zu egoistisch. Ich will die Kinder um mich haben", sagt der Graf, der auch in Sachen Windenergie noch einiges vorhat. Ob er auch in Kärnten an Windkraftanlagen denkt, lässt er offen. Dass bis 2025 auch in Kärnten Windparks keine Utopien sind, davon ist der Graf überzeugt. Für Khevenhüller, dessen Familie seit 1571 die Burg Hochosterwitz verwaltet, ist Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen wichtig.
Don Quichote auf dem Bild in der Galerie hat Windmühlen bekämpft. Khevenhüller kämpft für Windmühlen und seine Burg. Ein moderner "Don", dem Kärnten zur neuen Heimat wurde.








