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Wächter der alten Heimat
Ludwig Kren (89) aus Maria Rain brachte zum 680-Jahr-Jubiläum der Gottschee einen Erinnerungsband seiner verlorenen Heimat heraus.

Foto © WeichselbraunDer ehemalige Lehrer, Ludwig Kren, ist der Inbegriff des Gottscheertums
Eine Woche wehte die blau-weiße Fahne des Gottscheer Landes von Schloss Krastowitz. Zum 45. Mal wurde die Kulturwoche dieses unglaublich zähen Volkes abgehalten. Gleichzeitig waren es 50 Jahre, dass die Arbeitsgemeinschaft aller Gottscheer Organisationen besteht.
Die Überraschung war das Buchgeschenk von Ludwig Kren (89) an seine verlorene Heimat, die vor 680 Jahren unter unsäglichen Bedingungen im Urwald der südlichen Krain gegründet wurde. Der Titel "Von der Drau zur Kulpa - Gottschee ein Lesebuch". Und man liest sich sofort fest, wenn man etwa das Kapitel über die Moschnitze aufschlägt. Von dort stammt übrigens der Vater des Verfassers dieses Beitrags. In Krapflern, wo die Altsieder ihr Kulturheim haben, hielt Kren Kurse zur Erlernung der Gottscheer Mundart. "Anstrengende, aber schöne Tage, so der Erinnerung wie der Wehmut angesichts dessen, was hier an Gottscheer Kulturerbe verloren gegangen ist", schreibt Ludwig Kren, der mit seiner Frau Rosi Inbegriff des Gottscheertums ist.
Der Lehrer war nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft in Windisch Bleiberg sowie an der Hauptschule Ferlach und an der Hasner Hauptschule in Klagenfurt, zuletzt als ihr Direktor, tätig.
Zwar leicht gebeugt, aber von großer geistiger Wachheit, lässt er Geschichte, Landschaft und Dörfer mit ihren Menschen und Gebräuchen lebendig werden, so als würde man durch die Gassen streifen. "Auf die Gasse gehen" hieß ein Sprachkurs in der "Gottscheer Zeitung", die Kren über zwei Jahrzehnte verantwortungsvoll leitete. Mit 80 setzte er sich nicht zur Ruhe, sondern war 13 Semester Gasthörer an der Karl Franzens-Universität in Graz.
So nebenher entstand der großartige Erinnerungsband, der ein Heimatbuch im besten Sinne des Wortes ist. Mit "Lüwe - wir danken für Dein Buch" schloss ein anderer Gottscheer, Hermann Leustik, seinen multimedialen Streifzug durch die Gottscheer Geschichte.
Kren wünscht seinen Landsleuten, denen er sich seit Jugendjahren verbunden fühlt, dass sie ihr Kulturerbe hüten mögen.
"Von der Drau zur Kulpa". Das Buch kann bei der Gottscheer Zeitung, Postfach 64, 9021 Klagenfurt bestellt werden.








